Illegales IPTV-Netzwerk in Österreich ausgehoben: Bis zu 20 Jahre Haft drohen den Betrügern

Bis zu 20 Jahre Haft: Illegales IPTV-Netzwerk in Österreich ausgehoben

Ein kürzlich aufgedecktes illegales IPTV-Netzwerk in Österreich hat für Aufsehen gesorgt. Bis zu 80 Verdächtige wurden festgenommen und ihnen drohen nun langjährige Haftstrafen. IPTV, auch bekannt als "Internet Protocol Television", ermöglicht es Nutzern, Fernsehinhalte über das Internet zu empfangen. Doch in diesem Fall handelte es sich um ein unerlaubtes und illegales Netzwerk, das großen Schaden anrichtete.



Die Ermittlungen begannen mit einer Anzeige eines deutschen Pay-TV-Anbieters wegen Urheberrechtsverletzung. Die Spur führte nicht nur nach Deutschland, sondern auch nach Österreich, wo das Bundeskriminalamt den Fall übernahm. Die mutmaßlichen Betrüger, allesamt türkische Staatsbürger in Österreich und Deutschland, nutzten geschickt Mundpropaganda, um ihr illegales IPTV-Netzwerk zu verbreiten. Einige von ihnen waren sogar Informatiker mit einer HTL-Ausbildung. Seit 2016 knackten sie verschlüsselte TV-Signale und boten diese unter der Hand an. Besonders vor Großereignissen wie der Fußball-EM 2024 florierte das Geschäft.



Das Geschäftsmodell der Betrüger war äußerst lukrativ. Für nur ca. 100 Euro im Jahr konnten Kunden Zugang zu verschlüsselten Signalen im illegalen IPTV-Netzwerk erhalten. Die Verdächtigen entschlüsselten die Signale und verkauften sie weiter. Anschließend stellten sie Server zur Verfügung, die das illegale Streaming ermöglichten. Die Distributoren verkauften die Zugänge dann zu Preisen zwischen 20 und 40 Euro, während legale Kunden normalerweise das Drei- bis Vierfache bezahlen mussten. Der entstandene Schaden könnte in die Milliarden gehen.



Um potenzielle Kunden anzulocken, nutzten die Betrüger auch soziale Medien wie TikTok und Facebook. Das Geschäft verbreitete sich rasend schnell und es wurden sogar Käufer als Verkäufer rekrutiert. Das illegale IPTV-Netzwerk florierte bis zu den Razzien im Frühjahr und Spätsommer 2023.



Die österreichische Polizei führte zwei Großrazzien durch und nahm 20 Verdächtige fest. Es wurden Bankguthaben in Höhe von 1,6 Millionen Euro, Bargeld und ein Audi A7 beschlagnahmt. Die festgenommenen Personen sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß, müssen sich jedoch vor Gericht wegen gewerbsmäßigen Betrugs, Geldwäsche und Urheberrechtsverletzungen verantworten. Ihnen drohen nun bis zu 20 Jahre Haft. Dieses Beispiel zeigt, dass illegales Streaming nicht nur rechtliche Konsequenzen haben kann, sondern auch beträchtlichen finanziellen Schaden anrichtet. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass das Nutzen solcher illegalen Angebote nicht nur die Urheberrechte verletzt, sondern auch diejenigen finanziell schädigt, die sich darum bemühen, qualitativ hochwertige Inhalte zu produzieren und anzubieten.






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