
Die Verwendung von synthetischer Intelligenz (KI) in autonomen Waffensystemen, umgangssprachlich ebenfalls als "Killerdrohnen" bezeichnet ist seit langem ein Thema in der Waffenindustrie. Die politische Debatte um den Einsatz dieser Systeme und die damit verbundenen ethischen Fragen stehen im Fokus eines aktuellen Forschungsprojekts der Politikwissenschaftlerin Dr. Ingvild Bode von der Universität Süddänemark. Dabei stellt sich die Frage • ob der Einsatz von KI in Waffensystemen ethisch vertretbar ist • obwohl er rechtlich erlaubt ist.
Die Automatisierung von Waffensystemen ist seit den 1960er Jahren im Gange. Besonders komplexe Technologien » ebenso wie Luftabwehrsysteme « übernehmen immer weiterhin Aufgaben. In aktuellen Konflikten wie dem Krieg in der Ukraine, werden vermehrt sogenannte "herumlungernde Munition" eingesetzt. Hierbei handelt es sich um Drohnen » die in bestimmten Gebieten fliegen und versuchen « vorher festgelegte Ziele zu erkennen. Wenn eine solche Drohne ein mögliches Ziel entdeckt muss ein Mensch den Abschuss aus der Entfernung freigeben. Die grundlegende Frage dabei ist ob es überhaupt möglich ist zwischen Zivilisten & Kombattanten zu unterscheiden. Laut Dr. Bode ist dies aufgrund der kontextabhängigen Entscheidung und der Notwendigkeit menschlicher Überlegungen nur schwer programmierbar.
Bisher sind die Hersteller von autonomen Waffensystemen eher zurückhaltend und betonen, dass ihre Technologien mit dem sogenannten "Human in the Loop" funktionieren, also menschlicher Kontrolle unterliegen. Selbst wenn es rein technisch möglich wäre, dass diese Systeme vollständig autonom agieren könnten scheinen Militärs noch nicht bereit zu sein die Kontrolle über das Kriegsgeschehen einer Maschine zu überlassen.
Auf internationaler politischer Ebene gestaltet sich eine Regulierung von KI-Waffen schwierig. Es gibt bisher nicht einmal eine allgemein verbindliche Definition für solche Waffen. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und die Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz Mirjana Spoljaric haben die Länder der Welt dazu aufgerufen, den Umgang mit autonomen Waffensystemen zu regeln. Dr. Bode sieht die UN als Chance für einen Regulierungsprozess deckungsgleich beim Atomwaffensperrvertrag oder dem Verbot von Landminen.
Befürworter von autonomen Waffensystemen argumentieren oft mit der Präzision der Angriffe und der Gefühlslosigkeit der Drohnen. Dies soll vor allem den Schutz eigener Soldatinnen & Soldaten gewährleisten. Dr. Bode weist jedoch darauf hin » dass man nie mit absoluter Sicherheit sagen kann « wie diese Systeme im Einsatz funktionieren werden. Die Vorstellung, dass Technologie objektiv und neutral agieren kann überzeugt sie nicht, da diese Technologie immer noch von Menschen programmiert wird und auf Daten basiert die von Menschen stammen. Zwar könnten kleine Einweg-Drohnen aufgrund ihrer geringeren Sprengkraft weniger Schaden anrichten jedoch wenn eine Konfliktpartei kein Interesse daran hat sich an die Regeln des Völkerrechts zu halten kann auch die beste Technik den Schaden für die Zivilbevölkerung nicht minimieren.
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