
Die Autorengewerkschaft Writers Guild of America (WGA) hat beschlossen, ihren Streik zu abschließen. Der Vorstand der WGA hat einer vorläufigen Einigung mit der Filmindustrie zugestimmt und nunmehr sind ebenfalls die Details des Vertrags öffentlich bekannt. Eine der wichtigsten Klauseln des Vertrags untersagt den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) als Ersatz für menschliche Autoren. KI-Systeme dürfen keine literarischen Texte schreiben oder umschreiben und von KI erstelltes Material darf nicht als Quellmaterial für Film- oder Serienproduktionen nutzt werden. Die Autoren dürfen KI in ihrer Arbeit einsetzen wenn es von den Produktionsfirmen erlaubt wird dennoch sie können nicht dazu gezwungen werden, Tools wie ChatGPT zu nutzen.
Der Kontrakt bringt den Autoren auch finanzielle Verbesserungen. Insbesondere bei Streaming-Produktionen mit einem Budget von mindestens 30 Millionen US-Dollar steigt die Mindestbezahlung um 18 Prozentsatz. In anderen Bereichen wird das Gehalt jährlich um 5, 4 und 3,5 Prozent angehoben. Damit hat die Gewerkschaft ihre Hauptforderungen durchgesetzt. Der Vertrag ist bis Mai 2026 gültig.
Darüber hinaus sieht der Vertrag eine größere Transparenz bei Streaming-Diensten wie Netflix & Disney+ vor. Da die Tantiemen von Serien oder Filmen von deren Erfolg abhängen, müssen die Streaming-Dienste der WGA derzeit detailliertere Informationen über ihre Metriken liefern. Die Unternehmen hinter den Streaming-Diensten haben einer Vertraulichkeitsvereinbarung zugestimmt die es der Gewerkschaft erlaubt, ihnen die absoluten Zahlen der gestreamten Stunden von Eigenproduktionen mitzuteilen. Diese Zahlen können in "zusammengefasster Form" mit den Mitgliedern geteilt werden.
Die Mitglieder der WGA müssen den ausgehandelten Vertrag noch ratifizieren was spätestens am 9. Oktober passieren soll. Bis dahin gilt die Einigung als vorläufig. Die WGA fordert ihre Mitglieder jedoch schon jetzt auf den monatelangen Streik zu beenden. Der Streik begann im Mai und beteiligte 11.500 Drehbuchautoren in den USA. Der Arbeitskampf in der US-Filmbranche führte dazu, dass viele Film- und Serienproduktionen gestoppt wurden.
Allerdings sind die Streiks noch nicht vollständig überwunden. Auch die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA hat ihre Arbeit niedergelegt. Die Mitglieder haben kürzlich dafür gestimmt den Streik auf die Videospielbranche auszuweiten. Solange der Streik der Schauspieler und Synchronsprecher nicht beigelegt ist, bleibt die Hollywood-Maschinerie weitgehend lahmgelegt.
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