Offiziell: Moskau will Abkommen für gemeinsame ISS-Raumflüge mit USA verlängern

Offiziell: Moskau will Abkommen für gemeinsame ISS-Raumflüge mit USA verlängern

Russland hat offiziell angekündigt, das Abkommen mit den USA über gemeinsame Raumflüge zur Internationalen Raumstation (ISS) verlängern zu wollen. Der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Juri Borissow, gab bekannt, dass eine Zusatzvereinbarung für die Jahre 2024 und 2025 vorbereitet wird. Bereits im April gab es erste Anzeichen für diese Entscheidung.

Die ISS ist eines der wenigen Projekte, bei denen trotz der Spannungen zwischen Russland und den USA nach dem Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 noch eine Zusammenarbeit besteht. Russische Kosmonauten und amerikanische Astronauten fliegen weiterhin gemeinsam ins All. Dies wurde auch am Freitag wieder deutlich, als die US-Astronautin Loral O'Hara zusammen mit den Kosmonauten Oleg Kononenko und Niolai Tschub an Bord einer russischen Sojus-Kapsel zur ISS flog.



Ursprünglich hatte Russland angekündigt, die Kooperation nach 2024 einzustellen und eine eigene Orbitstation zu errichten. Da der Aufbau einer solchen Station jedoch viel Zeit in Anspruch nimmt, teilte Moskau später mit, dass sie nun doch bis 2028 an Bord der ISS bleiben würden.

Die Sojus-Kapsel mit den beiden Kosmonauten und der Astronautin startete am Freitag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Die Raumkapsel dockte am selben Tag um 21:54 Uhr Moskauer Zeit (20:54 Uhr MESZ) erfolgreich an der ISS an. Der Flug von Baikonur zur ISS dauerte nur etwas mehr als drei Stunden.



Loral O'Hara wird voraussichtlich etwa sechs Monate im All bleiben, während Oleg Kononenko und Niolai Tschub sogar etwa ein Jahr auf der ISS verbringen werden. Während der Expedition sind vier Ausstiege in den Weltraum und vier Ankünfte von Frachtflügen geplant. Darüber hinaus stehen zahlreiche wissenschaftliche Experimente auf dem Programm. Für Oleg Kononenko ist es bereits der fünfte Flug ins All, während Loral O'Hara und Niolai Tschub zum ersten Mal ins All fliegen.

Die Entscheidung Russlands, das Abkommen mit den USA zur Fortführung der gemeinsamen Raumflüge zu verlängern, ist ein wichtiger Schritt für die internationale Zusammenarbeit im Weltraum. Die ISS bietet Raumfahrtagenturen aus verschiedenen Ländern die Möglichkeit, gemeinsam Forschungsprojekte durchzuführen und die Grenzen des menschlichen Wissens im All zu erweitern. Trotz politischer Spannungen auf der Erde können Wissenschaftler und Astronauten im Weltraum weiterhin zusammenarbeiten und voneinander lernen. Durch die Verlängerung des Abkommens wird diese Zusammenarbeit fortgesetzt und die Grundlage für weitere gemeinsame Raumflüge geschaffen.






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