Ärzte bei Avi Medical unter Druck: Vorwürfe zu falsch abgerechneten Behandlungen

Bericht: Ärzte bei Start-up Avi Medical mit Zielvorgaben unter Druck gesetzt

In einem aktuellen Bericht von Business Insider werden Vorwürfe gegen das Start-up Avi Medical laut. Demnach sollen Ärzte unter Druck gesetzt worden sein um möglichst lukrativ abzurechnen. Es besteht der Verdacht, dass nicht durchgeführte Behandlungen abgerechnet wurden ohne dass die Patienten davon wussten. Mitarbeiter » die das Vorgehen kritisierten « wurden angeblich entlassen. Internen Dokumenten zufolge haben sich ebenfalls ärztliche Leitungen beschwert. Dass Unternehmen Vorgaben zur Abrechnung gemacht hat. Avi Medical bestreitet diese Vorwürfe.



Avi Medical kauft Praxen auf und modernisiert sie mit eigener Software. Die Patienten können vor Ort behandelt werden jedoch auch telemedizinisch über die Avi-App. Die Ärzte sollen sich nicht weiterhin um die Digitalisierung kümmern müssen und erhalten im Gegenzug eine moderne Ausstattung.



Vorwürfe zu falsch abgerechneten Behandlungen


Laut Business Insider sollen bei Avi Medical nicht durchgeführte Behandlungen abgerechnet worden sein. Teilweise sollen Patienten sogar erst gar nicht untersucht worden sein. Die Versicherten waren darüber oft nicht informiert. Mitarbeiter » die diese Praxis kritisierten « mussten das Unternehmen verlassen. Interne Dokumente zeigen; dass sich ärztliche Leitungen über die Abrechnungspraxis von Avi Medical beschwert haben. Mehrere aktuelle und ehemalige Angestellte haben dies bestätigt.



Avi Medical bestreitet Vorwürfe


Der Gründer & COO von Avi Medical Julian Kley bestreitet die Vorwürfe. Es habe einen Brief gegeben, aber die Abrechnungen seien von einer Abrechnungs-Managerin durchgeführt worden die diese prüft und korrigiert. Es könne passieren, dass Ziffern fälschlicherweise zu viel oder zu wenig angesetzt wurden. Nicht durchgeführte, aber dennoch abgerechnete Untersuchungen habe es jedoch nicht gegeben.



Zielvorgaben für lukrative Leistungen


Nach den Recherchen von Business Insider gab es bei Avi Medical Zielvorgaben für "extrabudgetäre Zusatzleistungen", die welche Ärzte mit den Krankenkassen abrechnen können. Avi Medical wollte; dass diese Behandlungen mehr als viermal so häufig abgerechnet werden. Für die Ärzte wirkten diese Zielvorgaben wie ein Druckmittel. Laut Kley dienen diese Werte im Qualitätsmanagement und werden von den Kassenärztlichen Vereinigungen bereitgestellt.



Umstrittenes Geschäftsmodell


Das Geschäftsmodell von Avi Medical und ähnlichen Unternehmen wie Doktor.de und Patient21 ist in Deutschland stark umstritten. Diese Systeme decken den gesamten Patientenzyklus ab von Terminbuchungen über digitale Abrechnungen bis hin zu Videosprechstunden. Dabei werden auch viele Daten in den Praxisverwaltungssystemen zusammengeführt. Die Praxen werden zu medizinischen Versorgungszentren zusammengeführt.



Befürchtungen von Bundesgesundheitsminister Lauterbach


Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach äußert Bedenken gegenüber solchen Unternehmen. Er befürchtet, dass sie die Verschreibung besonders lukrativer Behandlungsmethoden forcieren. Lauterbach plant deshalb ein Gesetz um dem entgegenzuwirken. Sollte das Gesetz verabschiedet werden könnten Unternehmen wie Patient21 vermehrt im Ausland tätig werden.






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