Aktionsplan zur Erreichung der technologischen Souveränität bei KI

Aktionsplan: Forschungsministerium strebt technologische Souveränität bei KI an

Das Bundesforschungsministerium hat einen Aktionsplan vorgestellt, um Deutschland und Europa in Bezug auf Künstliche Intelligenz (KI) eine führende Position zu verschaffen. Die Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat betont, dass es das Ziel sei, technologische Souveränität bei KI zu erreichen. Dafür sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre über 1,6 Milliarden Euro investiert werden. Im Jahr 2023 sollen allein 427 Millionen Euro investiert werden, im Jahr darauf sollen es 483 Millionen Euro sein. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2022 nur 280 Millionen Euro und im Jahr 2017 lediglich 17,4 Millionen Euro investiert.



Ziel des Aktionsplans ist es, KI als "Teil der Grundversorgung" zu etablieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) betrachtet den Plan als ein Update seines Beitrags zur übergeordneten KI-Strategie der Bundesregierung. Das BMBF will Deutschland im europäischen Kontext als führenden Standort für Forschung und Kompetenzen etablieren und dabei wirtschaftliche Erfolge erzielen, die einen konkreten Nutzen für die Gesellschaft haben. Dazu sollen sechs Kompetenzzentren und 150 zusätzliche Professuren geschaffen werden. Auch Initiativen für Nachwuchswissenschaftler und Forschende im Bereich E-Health sind geplant.



Das BMBF plant außerdem den Ausbau der Recheninfrastrukturen und den Zugang für Wissenschaftler und Unternehmen, einschließlich Start-ups. Die Nutzung von Daten, die für das Training von Algorithmen benötigt werden, soll durch das Forschungsdatengesetz und die nationale Forschungsdateninfrastruktur verbessert werden. Schwerpunkte für konkrete Anwendungen sollen in den Bereichen Industrie 4.0, Robotik, Gesundheit und Bildung liegen. Zudem sollen die Rahmenbedingungen für KI-basierte Ausgründungen mit technologischer Ausrichtung verbessert werden. Um die Potenziale von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung zu nutzen, soll noch in diesem Jahr die Nutzung von generativer KI gestärkt werden. Auf diesem Gebiet sorgen vor allem Bots wie ChatGPT für Aufsehen.



Zu den bereits 50 laufenden Maßnahmen des BMBF im Bereich KI sollen 20 weitere hinzukommen. Dabei geht es darum, Forscher in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) verstärkt für Arbeiten an der Schnittstelle von IT und Medizin bzw. Lebenswissenschaften zu begeistern. Auch die Supercomputing-Infrastruktur für Wissenschaft und Forschung soll ausgebaut werden. Es sollen zudem neue Forschungsansätze im Bereich flexibler, resilienter, effizienter und sicherer KI gefördert werden.



Aus der Wirtschaft kommen unterstützende, aber auch kritische Stimmen. GMX- und Web.de-Chef Jan Oetjen befürchtet, dass Europa den dominierenden Plattformen aus den USA und China nichts Vergleichbares entgegenstellen kann, wenn nicht alle Parteien aktiv handeln. Er fordert eine Reform der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), offene Standards und Schnelligkeit. Der IT-Verband Bitkom betont, dass es nicht ausreiche, einzelne Leuchttürme und KI-Start-ups in Deutschland zu haben. KI sei eine Querschnitttechnologie und müsse sich in der gesamten Wirtschaft breitflächig durchsetzen. Der Transfer von Erkenntnissen aus der Wissenschaft sei hier noch eine große Schwachstelle.






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