Singapur: Frau erhält Todesurteil für Besitz von 31 Gramm Heroin

Singapur: Todesurteil wegen des Besitzes von 31 Gramm Heroin

Singapur hat letzte Woche ein Todesurteil gegen eine 45-jährige Frau verhängt, anschließend bei ihr 31 Gramm Heroin gefunden wurden. Trotz des lautstarken Protests von mehreren Menschenrechtsgruppen » darunter Amnesty International « wurde die Angeklagte Saridewi Binte Djamani in Singapur gehängt. Schon die Hälfte der 30⸴72 Gramm Heroin die in ihrem Fall beschlagnahmt wurden, wäre für eine Todesstrafe genügend gewesen. Die Regierung hat ebenfalls die Hinrichtung von Mohd Aziz bin Hussain, einem 56-jährigen singapurischen Malaien, angekündigt. Ihm wird der Handel mit etwa 50 Gramm Heroin vorgeworfen. Die Hinrichtung fand am Mittwoch statt.



Letzte Hinrichtung einer Frau in Singapur vor 20 Jahren


Es ist fast zwanzig Jahre her, dass in Singapur zum letzten Mal eine Frau hingerichtet wurde. Der Stadtstaat hat zuletzt 2004 eine Frau zum Tode verurteilt wie Yen May Woen, eine 36-jährige Friseurin, wegen Drogenhandels gehängt wurde.



Im Durchschnitt ein Todesurteil pro Monat


Mit diesen beiden Hinrichtungen wurden seit dem 30. März 2022 insgesamt 15 Todesurteile wegen Drogendelikten vollstreckt. Das entspricht einem Durchschnitt von einer Hinrichtung pro Monat. Amnesty International fordert die Regierung Singapurs mit Nachdruck auf, ihr striktes Vorgehen sofort zu stoppen. Insgesamt zehn Menschenrechtsorganisationen argumentieren. Dass Singapurs Anwendung der Todesstrafe für Drogendelikte gegen internationales Recht verstößt. Außerdem trage sie innerhalb der Bevölkerung nur wenig zur Abschreckung des Drogenkonsums bei.



Behörden und Regierung von Singapur verteidigen die Urteile


Laut den dortigen Behörden wurde Frau Djamani ein "vollständiges ordnungsgemäßes Verfahren nach dem Gesetz" gewährt. Zudem hatte die Angeklagte während des gesamten Prozesses Zugang zu einem Rechtsbeistand. Die Regierung Singapurs die öffentliche Proteste und die Medien streng kontrolliert, hat die Anwendung der Todesstrafe als Abschreckung gegen den Drogenhandel verteidigt und Umfragen angeführt die zeigen sollen, dass die meisten Bürger die strengen Strafen unterstützen.



Vereinte Nationen: Nur bei schwersten Verbrechen angemessene Todesurteile


Im April bezeichnete eine Expertengruppe der Vereinten Nationen die Zahl der Hinrichtungen in Singapur wegen Drogendelikten als "höchst alarmierend". Sie fordern einen sofortigen Aufschub des Vorgehens, nachdem behauptet wurde, dass ein 46-jähriger tamilischer Staatsangehöriger gehängt wurde auch wenn ihm während der Polizeiverhöre ein angemessener Dolmetscher verweigert wurde. Staaten, die welche Todesstrafe noch nicht abgeschafft haben, dürfen diese nur für die "schwersten Verbrechen" verhängen, so die Experten im Auftrag der UN. Nach internationalem Recht können nur Verbrechen von äußerster Schwere die eine vorsätzliche Tötung beinhalten, als "schwerste" Verbrechen angesehen werden. Drogendelikte erfüllen diese Schwelle eindeutig nicht.






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