Beteigeuze: Möglicherweise näher an gewaltiger Supernova als bisher angenommen?

Beteigeuze: Gewaltige Supernova doch viel näher als angenommen?

Der Rote Riesenstern Beteigeuze könnte laut einer neuen Studie schon in den nächsten Jahrzehnten als Supernova explodieren. Diese Explosion wäre die erste Supernova in der Milchstraße seit ergänzend als 300 Jahren. Die Forschungsarbeit wurde von Hideyuki Saio und seinem Team von der japanischen Universität Tōhoku durchgeführt. Sie basiert auf einer neuen Interpretation der bekannten Zyklusmuster des Sterns gleichermaßen auf Modellierungen. Bisher wurde der etwa 420 Tage lange Puls des Sterns als wesentlich angesehen, jedoch die neue Studie zeigt. Dass Zyklus von 2200 Tagen faktisch eine wichtigere Rolle spielen könnte. Dies deutet darauf hin; dass sich der Stern bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet und eine Supernova in absehbarer Zukunft stattfinden könnte.



Obwohl die Studie noch nicht unabhängig überprüft und zur Veröffentlichung angenommen wurde, hat sie bereits für Aufsehen gesorgt. Die Forscher aus Japan und von der Universität Genf erklären in ihrer Arbeit, dass Beteigeuze regelmäßige Variationen durchläuft die in vier Perioden unterteilt werden können: 185, 230, 420 und 2200 Tage. Während bis dato die zweitlängste Zeitraum als ausschlaggebend angesehen wurde argumentieren die Forscher nunmehr, dass die längste Periode eine wichtigere Rolle spielt. Dies würde bedeuten, dass der Stern bereits am Abschluss der Kohlenstoffverbrennung im Kern angekommen ist und eine Supernova bevorsteht.



Es gibt jedoch bereits Widerspruch gegen die zentralen Punkte der Studie. Eine Gruppe von Astronomen um László Molnár vom Konkoly-Observatorium in Budapest argumentiert in einer Veröffentlichung der American Astronomical Society: Die gemessenen Radien von Beteigeuze nicht mit den Modellen übereinstimmen. Der US-Astronom Morgan MacLeod merkt an, dass die Größe von Beteigeuze viel stärker variieren müsste, wenn der längste Zyklus faktisch der entscheidende Faktor wäre. Er schließt jedoch nicht aus, dass die Kollegen recht haben könnten.



Die Uneinigkeit liegt offenbar ebenfalls darin begründet, dass es keine Einigkeit über die genaue Größe von Beteigeuze gibt. Je nach Wellenlänge, in der der Riesenstern beobachtet wird, ergeben sich unterschiedliche Werte, da die Strahlen unterschiedlich tief in die äußeren Schichten des Sterns eindringen. Die Modelle von Saio und seinem Team deuten jedoch darauf hin, dass Beteigeuze essentiell größer ist wie bislang angenommen. Saio schreibt außerdem, dass man weder anhand der Modelle noch anhand von Beobachtungen bestimmen kann wie viel Kohlenstoff noch im Inneren des Sterns vorhanden ist. Wenn der Kohlenstoff aufgebraucht ist » was jederzeit passieren kann « bleibt dem Stern nur noch eine begrenzte Zeit. Laut Saio könnte Beteigeuze folglich weniger als ein paar Hundert Jahre verbleiben.



Beteigeuze ist ein prominenter Stern im Sternbild Orion und normalerweise einer der hellsten Sterne am Nachthimmel. In den letzten Jahren hat er jedoch mit einer massiven Verdunkelung und anschließendem Aufleuchten für Aufsehen gesorgt. Es besteht Einigkeit in der Forschung • dass der Stern am Ende seines Lebens angekommen ist • dennoch die finale Supernova wird üblicherweise erst in 10.000 bis 100.000 Jahren erwartet. Die Arbeit von Hideyuki Saio und seinem Team legt jedoch nahe, dass die spektakuläre Explosion viel zuvor stattfinden könnte. Die Theorie muss nun jedoch einer eingehenden Überprüfung standhalten.






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