Meteorit von Elmshorn: Fundstück für die Erforschung der Planeten

Meteorit von Elmshorn "Glücksfall für die Planetenforschung"

Der Meteoritenfall, der im vergangenen Monat in Elmshorn stattfand, ist ein Chondrit vom Typ H, welcher aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammt. Vorläufige Ergebnisse der Untersuchung von Fragmenten, die über der schleswig-holsteinischen Stadt niedergingen, wurden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) präsentiert. Die Fragmente wurden zuvor als Tageslicht-Feuerkugel beobachtet.



Insgesamt wurden in Elmshorn etwa vier Kilogramm Meteoritengestein gefunden, zwei Fragmente hatten Hausdächer getroffen, andere wurden in Gärten gefunden. "Das größte Objekt wiegt 3724 Gramm", sagt Dieter Heinlein, Meteoritenexperte des DLR. Das allein sei für die Forschung großartig. "Das Beste an diesem Meteoritenfall ist aber der Umstand, dass die Funde so schnell gemeldet und dadurch einer sofortigen Untersuchung zugeführt werden konnten." Die Möglichkeit, schnell eine Radionuklidmessung vorzunehmen, sei ein Glücksfall für die Planetenforschung. Mit der raschen Untersuchung können kurzlebige Radioisotope – instabile und schwach strahlende Nuklide oder "Sorten" von radioaktiven Elementen – untersucht werden und wichtige Hinweise zur Herkunft und Geschichte des Steinmeteoriten liefern.


Intensive Brekziierung


Heinlein wurde kurz nach dem Meteoritenfall von Journalisten informiert. Schon anhand von Fotos konnte er laut DLR sicherstellen, dass Steinmeteoriten die Hausdachpfannen beschädigt hatten. Das erste gefundene Meteoritenstück sei noch handwarm gewesen. Die Eigentümer stellten die Fragmente für Untersuchungen zur Verfügung.


"Elmshorn", wie der Meteorit genannt wird, weise eine intensive Brekziierung auf. Brekzien sind Gesteine, die aus Bruchstücken zusammengesetzt oder durch Hitze zusammengebacken wurden. Das weist darauf hin, dass der Meteorit durch vorherige Impakte im Asteroidengürtel zusammen mit den Planeten des Sonnensystems vor viereinhalb Milliarden Jahren entstanden ist.


Flensburg und Hopewell


Nach dem Meteoritenfall von Flensburg im Herbst 2019 ist es laut DLR der nächste beobachtete Meteoritenfall in Deutschland, bei dem Bruchstücke eines fremden Himmelskörpers, der mit der Erde kollidierte, gefunden wurden. Analysen jenes Meteoriten hatten ergeben, dass er einer extrem seltenen Meteoritenklasse angehört. Der Meteorit "Elmshorn" wird als "gewöhnlicher Chondrit" mit relativ hohem Eisenanteil klassifiziert.


Vor zwei Wochen hatte sich ein ähnlicher Meteoritenfall wie in Elmshorn in Hopewell im US-Bundesstaat New Jersey ereignet. Eine Bürgerin des Ortes fand im Schlafzimmer ihres Vaters einen 984 Gramm schweren Meteoriten auf dem Boden, er hatte die Decke durchgeschlagen. Auch bei der Gelegenheit sprach eine Expertin von einer "seltenen und aufregenden" Gelegenheit der Erforschung.






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