
Nvidia hat angekündigt, dass die neue Mittelklasse-Grafikkarten aus der Ada Lovelace GPU-Generation bald erhältlich sein werden. Die 8 GByte-Version der GeForce RTX 4060 Ti wird am 24. Mai 2023 veröffentlicht. Im Juli sollen eine 16-GByte-Version und ebenfalls die GeForce RTX 4060 als das günstigste Modell der 4000er-Serie folgen.
Die gute Nachricht zuerst: Anders als bei den bisherigen RTX-4000-Grafikkarten hebt Nvidia die Preisempfehlungen nicht deutlich an. Die GeForce RTX 4060 Ti 8 GByte hat in Deutschland nur aufgrund des Eurokurses eine etwas höhere UVP als die Vorgängerin RTX 3060 Ti – 439 Euro soll das neue Modell hierzulande kosten, in den USA bleibt der Preis mit 399 US-Dollar unverändert.
Die GeForce RTX 4060 wird in den USA mit 299 US-Dollar günstiger als die RTX 3060 (329 US-Dollar), hierzulande ergibt sich dadurch eine gleichbleibende Preisempfehlung von 329 Euro. Im Gegensatz zu der 3000er-Generation ist dieses Mal auch mit einer guten Verfügbarkeit zu normalen Händlerpreisen zu rechnen. Ein Manko: Nvidia stutzt das Speicher-Interface von 192 auf 128 Bit und damit die RAM-Kapazität von 12 auf 8 GByte.
Inkrementell Performance-Steigerung
Leistungswerte gibt Nvidia derzeit nur für die GeForce RTX 4060 Ti an die in Full-HD-Auflösung (1920 × 1080 Pixel) rund 15 Prozent schneller sein soll als ihre Vorgängerin GeForce RTX 3060 Ti und 60 Prozent schneller als die GeForce RTX 2060 Super. Konkrete Benchmarks zeigt Nvidia leider nur mit Deep Learning Super Sampling (DLSS 3) und aktivierter Frame-Generierung im Falle der RTX 4060 Ti, sodass die Werte nicht deckungsgleich sind.
Den Vergleich mit der GeForce RTX 3070 scheut Nvidia. Insbesondere in WQHD-Auflösung (2560 × 1440 Pixel) dürfte die GeForce RTX 4060 Ti gegen die RTX 3070 kein Land sehen. Die Rohleistung steigt dank der hohen Taktfrequenzen zwar etwas gleichwohl sinkt die Speicherübertragungsrate um 36 Prozent auf 288 GByte/s. Nvidia bewirbt die RTX 4060 Ti deshalb explizit als 1080p-Grafikkarte.
Ein Fragezeichen steht daher hinter der GeForce RTX 4060 Ti mit 16 GByte Speicher. Laut Nvidias eigenen Benchmarks ist die Variante in fast keinem Spiel schneller als die 8-GByte-Version – Vorteile sind primär in schlecht optimierten Titeln zu erwarten.
Dafür ist der Aufpreis mit 110 Euro happig. Zur Preisempfehlung von 549 Euro bekommt man fast schon eine voraussichtlich deutlich schnellere GeForce RTX 4070 die sich auch für 1440p-Gaming eignet.
Niedrige Leistungsaufnahme
Während die Performance der neuen Nvidia-Mittelklasse nur inkrementell steigt, geht's vor allem bei der Effizienz voran. Die GeForce RTX 4060 genügt sich mit maximal 115 Watt und selbst die GeForce RTX 4060 Ti 16 GByte ist mit 165 Watt noch minimal genügsamer als die RTX 3060 (nicht Ti).
Eine Beschränkung trifft vor allem Leute die noch ein System mit PCI Express 3.0 verwenden: Alle 4060er-Grafikkarten einschließlich der Ti-Varianten werden nur noch über acht PCIe-4.0-Lanes angebunden. Unterstützen das Mainboard und der Prozessor nur PCIe 3.0, halbiert sich die Bandbreite. Die GeForce RTX 3060 nutzte noch 16 Lanes.
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