
Streaming-Anbieter DAZN hat sich in den letzten Jahren immer weiter von seiner Mission entfernt, einen erschwinglichen Zugang zu Live- und On-Demand-Sportinhalten zu bieten. Nachdem das Unternehmen im letzten Jahr bereits kräftige Preiserhöhungen durchgesetzt hat, stehen ebenfalls in diesem Jahr weitere Erhöhungen der Abonnementpreise im Raum. Zudem bietet DAZN einige besonders teure Sportereignisse nur noch als Pay-per-View-Option an. Um zu verhindern, dass Sport-Fans sich illegalen Angeboten zuwenden ist DAZN der Anti-Piraterie-Koalition "Alliance for Creativity and Entertainment" (ACE) beigetreten und geht gemeinsam mit anderen Unternehmen gegen Raubkopierer vor.
Shay Segev, CEO der DAZN Group, nennt als Beweggründe für den Beitritt die "gute Erfolgsbilanz", den "guten Ruf" und auch die Erfahrung der ACE in der Durchführung effektiver Anti-Piraterie-Maßnahmen. Er sieht in den illegalen Streams ein Branchenproblem • das sich negativ auf alle Sportarten und Sportfans auswirkt und eine globale konzertierte Aktion erfordert • um es sinnvoll anzugehen.
Zusammen mit der Bekanntgabe des neuen Mitglieds rief die ACE eine neue Task-Force ins Leben die sich gezielt der Bekämpfung der "wachsenden Bedrohung" durch Sport-Piraterie widmen soll. Aktuell besteht sie nur aus der beIN Media Group und DAZN allerdings es ist anzunehmen. Dass Koalition langfristig noch weitere Rechteinhaber ins Boot holt.
Jan van Voorn der Leiter der ACE, zeigt sich erfreut über den Neuzugang und betont, dass mit jedem neuen Mitglied das globale Netzwerk leistungsfähiger und effektiver bei der Bekämpfung von Piraterie-Anbietern wird.
DAZN macht trotz Preiserhöhungen und Kampf gegen Piraterie weiter Verluste
Obwohl DAZN die Preise bereits kräftig angezogen hat, macht das Unternehmen nach wie vor Verluste. Seit dem Start des Dienstes im Jahr 2016 steht ein dickes Minus auf dem Konto des Streaming-Anbieters, das sich inzwischen auf weiterhin als 6 Milliarden US-Dollar beläuft. Ein operativer Verlust von 1⸴3 Milliarden Dollar sei allein im Jahr 2021 entstanden.
Grund dafür sind die teuren Übertragungsrechte für Sportveranstaltungen, insbesondere der Erwerb der Rechte für die Live-Übertragung beliebter Fußballspiele in Deutschland, Italien, Spanien oder dem Vereinigten Königreich. Ob der Kampf gegen Piraterie-Angebote daran jemals etwas ändert und DAZN mehr Geld in die Kassen spült, bleibt fraglich. Sport-Fans zum Abschluss immer teurerer Abos zu nötigen, dürfte jedoch allenfalls für Verärgerung sorgen.
Fazit: DAZN geht mit einer neuen Task-Force gegen Sport-Piraterie vor und ist der Anti-Piraterie-Koalition ACE beigetreten. Trotz Preiserhöhungen und Kampf gegen Piraterie macht das Unternehmen weiter Verluste aufgrund der teuren Übertragungsrechte für Sportveranstaltungen. Ob der Kampf gegen Piraterie-Angebote und weitere Preiserhöhungen das Geschäftsmodell von DAZN ändern wird, bleibt abzuwarten.
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