Chromebooks verursachen Müllberge in US-Schulen

Chromebooks - Nach drei Jahre schmeißen viele US-Schulen die Geräte auf den Müll

Im Jahr 2020 haben viele US-Schulen aufgrund der Pandemie Chromebooks gekauft um Schüler, Studierende und Lehrkräfte im Home-Office auszustatten. Nun, fast drei Jahre später, haben viele Schulen Probleme mit den Geräten. Laut dem Bericht "Chromebook Churn" der U.S. Public Research Group Education Funds gehen viele Chromebooks bereits kaputt und werden weggeworfen. Auch "The Verge" berichtete darüber. Dies führt zu großen Müllbergen in den Schulen.



Was steht in dem Bericht?


Eine besonders eindrückliche Stelle des Berichts fasst die Misere in Zahlen: 



"Angenommen, man verdopple die Lebensdauer von Chromebooks: Daraus ergäbe sich für US-amerikanische Steuerzahler eine Einsparung von 1⸴8 Milliarden 💲 Dollar."



Eine zweite Passage aus dem Bericht verdeutlicht den Schutz für die Umwelt der durch langlebigere Chromebooks entstünde.



"Verdoppelte man die Lebensdauer jener Chromebooks die bis 2020 verkauft wurden, minderte das die Emissionen massiv. Diese Minderung wäre so groß wie zöge man 900 Tausend Autos für ein ganzes Jahr aus dem Straßenverkehr."



Weniger Chromebooks genauso viel mit weniger Elektroschrott? Abgesehen von finanziellen und umweltbezogenen Aspekten, besteht das Potenzial die Menge des entstandenen Elektroschrotts empfindlich reduziert.



Einfach gesagt: Einige Anpassungen vorgenommen, könnten genutzte Chromebooks deutlich später auf dem Gerätefriedhof landen - und länger den schulischen Betrieb unterstützten. 



Die Gründe hierfür lassen sich zusammenfassen in:




  • Schwierig zu reparieren: Google-Laptops seien im Vergleich zu etwa Windows-Geräten deutlich schwieriger zu reparieren – und landen folglich öfter auf der Müllhalde. 

  • Mangelnde Verfügbarkeit von Ersatzteilen: Im Schulalltag seien davon insbesondere Geräteteile betroffen die gerne mal auf die Schulbank knallen und dabei zu Bruch gehen. Beispielsweise: Bildschirme, Scharniere & Tastaturen.

  • Hohe Kosten für Ersatzteile: Eine Ersatztastatur etwa ist einerseits schwer erhältlich, auf der anderen Seite hoch bepreist. Zu hoch – denn: Mit einem Preisschild von knapp 90 💶 Euro kostet eine Ersatztastatur fast halb ähnlich wie wie ein komplett neues Chromebook. 

  • Google garantiert automatische Updates für einen Zeitraum von 8 Jahren. Allerdings gibt es eine zeitliche Diskrepanz: Der Zeitraum der Garantie beginnt, sobald das betreffende Chromebook seitens Google zertifiziert wurde – und nicht, sobald die Schule das Gerät tatsächlich in Händen hält. Bis Schulen die Chromebooks gekauft und eingesetzt haben vergehen jedoch gerne vier bis fünf Jahre.

Übrigens: Eine weitere Google-Meldung gibt es von Linh; es geht um vier nützliche Features in Google Maps, mit denen Ausflüge & Wanderungen leichter planbar werden. 



Abseits des großen Lamentos bietet der Bericht ebenfalls konkrete Handlungsvorschläge, ebenso wie Google seine Chromebooks für den schulischen Einsatz nachhaltiger gestalten könnte. Siehe nachstehend. 




  • Eine Überarbeitung der automatischen Updates - damit der volle Zeitraum von 8 Jahren genutzt werden kann.

  • Standardisierung der Bauteile aller Chromebooks – und das modellübergreifend 

  • Linux als vorinstalliertes Betriebssystem – was laut Bericht den Wiederverkauf von Chromebooks erleichtern würde. Im Bericht heißt es hierzu wörtlich: Die Wahl des Betriebssystems ist nicht nur ein Verbraucherrecht, allerdings würde den Wiederverkaufs- und Wiederverwendungswert des Laptops um Jahre verlängern.

In dem Artikel von The Verge reagiert Google-Sprecher Peter Du auf den Bericht der Public Research Group Education Funds. Dessen Stellungnahme unterstreicht nachfolgende Punkte » die Google bisher bereits unternommen hat « um seine Chromebooks nutzerfreundlicher zu gestalten.




  • Seit dem Jahr 2020 bietet Google 8 Jahre automatische Updates an – demgegenüber waren die automatischen Updates noch im Jahr 2016 auf 5 Jahre gedeckelt. 

  • Regelmäßige Software-Updates für Chromebooks: Diese fügen laut Google-Sprecher alle vier Wochen weitere Funktionen hinzu, oder optimieren die Gerätesicherheit.

Welche Schritte unternehmt ihr persönlich um einen nachhaltigen Gerätepark hochzuziehen - oder schmeißt ihr tagtäglich Smartphones in den Restmüll? Was müssten Google und andere, wichtige Tech-Player unternehmen um Nachhaltigkeit sicherzustellen? Diskutiert dazu gerne in unseren Kommentaren.






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