
Der Musik-Streaming-Service Spotify hat am Mittwoch eine überarbeitete Benutzeroberfläche für seine Mobile App angekündigt. Eine zentrale Änderung ist das neue vertikale Feed-Design, das es den Nutzern erleichtern soll neue Inhalte wie Musik Hörbücher, Podcasts und Videos zu entdecken. Dabei werden ergänzend automatisch abspielende Inhalte als je zuvor integriert. Allerdings hat diese Veränderung bei vielen Musik-Fans für Unmut gesorgt.
Alles wie bei TokTok? Nachrichtendienste wie derstandard.de oder theverge.com ziehen Parallelen zu TikToks Benutzeroberfläche. Denn: Genau wie bei TikTok setzt das neue Spotify-Design primär auf Videoclips und einen scrollbaren Feed.
Community-Clusterfuck nach Re-Design
Bei Tech-Journalist Rory Mellon sorgte Spotifys Ankündigung für ein erhitztes Gemüt - und sogar für eine Quasi-Kriegsansage. Der Journalist titelte: Das neue Design von Spotify ist so negativ, dass ich mir überlege zu Apple Music zu anpassen.
Egal, ob Mellons Statement als Überreaktion oder berechtigte Kritik zu werten ist – alleine ist der Journalist mit seiner Einschätzung jedenfalls nicht. Bei weitem nicht.
In der Kommentarspalte von theverge.com liefern sich User❬innen❭ einen emotional aufgeladenen Schlagabtausch darüber was vom neuen, TikTok-artigen Userinterface zu halten ist.
Der User Jpegknittingcircle formuliert es drastisch, wenn er schreibt:
“Spotify kann in die Mülltonne. Ein erbärmliches Unternehmen das von erbärmlichen Menschen betrieben wird die sich exklusiv für Geld interessieren.”
Ob solcherlei Reaktionen Spotify-Boss Daniel Ek am kleinen Zeh jucken, kann nur spekuliert werden.
Immerhin spricht ein anderer Kommentar von User P_Devil dafür, dass sich zumindest einige User prinzipiell vor Veränderungen fürchten - selbst bei einer relativen Kleinigkeit dem Userinterface eines Musik-Streaming-Anbieters. P_Devil schreibt:
“Das ist ein schrecklich aussehendes Design für die TikTok-Generation, bei dem sich immer etwas bewegt um deine Aufmerksamkeit zu erregen. Nein, danke.”
Wieso ein neues User-Interface?
Meine Meinung: Allen Unkenrufer & Pauschal-Pessimisten zum Trotz, ergibt die Design-Entscheidung für einen Anbieter wie Spotify mutmaßlich Sinn – speziell dann, wenn du als Streaming-Player ebenfalls für nachrückende Generationen mit veränderten Hör- und Sehgewohnheiten wichtig verbleiben willst.
Dass du mit diesen Änderungen zur selben Zeit deine Stammhörerschaft einer älteren Generation verprellst, stellt Spotify freilich vor einen Drahtseilakt - und die Schlüsselfrage: Wie passe ich mich dem sich wandelnden Konsumverhalten an, ohne meine treue User-Schaft zu verprellen?
Auch jenseits der Oberfläche häutet sich Spotify eben - und springt auf den KI-Zug auf. Erst jüngst berichtete GameStar Tech über Spotifys teil-artifiziellen Diskjockey.
Angst vor Veränderung: Als Gegenpol zur Tausendschaft der Nein-Sager bringt ein User wie Ajohn7 den überkochenden Skeptizismus zum Abkochen:
"Ich weiß nicht, warum die Menschen ständig gleichermaßen viel Angst vor Veränderungen haben. Das muss doch anstrengend sein."
Einerseits, lieber Ajohn7. Einerseits. Andererseits kommt die Design-Entscheidung auch Spotifys expansiver Ausrichtung zupass. In den letzten Jahren hat der grüne Riese – neben seinem Musik-Angebot – verstärkt Video-Formate forciert. Mit der derzeit neuen Design-Entscheidung rückt Bewegtbild-Content ganz visuell in den Fokus des Users.
Wann wird er veröffentlicht? Einen konkreten Veröffentlichungszeitpunkt gibt das neue Benutzerinterface gibt es bislang nicht, soll aber in den kommenden Wochen und Monaten ihre Umsetzung erfahren. Wer einen ersten Blitz-Blick auf die neue Benutzeroberfläche werfen möchte, kann dies auf Spotifys YouTube-Kanal tun.
Was haltet ihr von der neuen Darreichung des beliebten Musik-Streaming App Spotify? Werdet ihr erstmal abwarten um zu sehen, ob euch die neue Oberfläche gefällt - oder stürzt ihr euch in vorauseilenden Alarmismus, weil eine neue Benutzeroberfläche für euch ein Verbrechen gegen die Menschheit darstellt? Führt eure Meinung gerne mit dem Nasenring durch unsere Kommentare!
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