Take It Down: Neue Online-Plattform soll Kindern helfen, ungewollte Verbreitung von Nacktbildern zu verhindern

Bild: Take It Down: Neue Online-Plattform soll Kindern helfen, ungewollte Verbreitung von Nacktbildern zu verhindern

Das National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC) hat einen neuen Online-Dienst namens "Take It Down" veröffentlicht. Dieser soll die ungewollte Verbreitung von intimen Fotos und Videos von Minderjährigen verhindern und somit der Sextortion entgegenwirken. Zusammen mit Facebook, Instagram, Yubo, Onlyfans und Pornhub will die gemeinnützige Organisation dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche besser geschützt sind und ungewollte Nacktbilder schnell entfernt werden können.



Der Webdienst Take It Down erlaubt den Minderjährigen eigenen Angaben nach, auf ihrem Gerät einen Hashwert der einschlägigen Inhalte zu erzeugen, ohne dass diese Inhalte das Gerät verlassen. Danach übernimmt der Online-Dienst den Hash in seine Datenbank und teilt diesen Partner-Unternehmen mit. Die Unternehmen scannen dann ihre öffentlich einsehbaren und unverschlüsselten Daten nach dem Hash-Wert und entfernen oder blockieren assoziierte Inhalte und Uploads. Laut NCMEC ist der Prozess anonym und soll außer dem Hash-Wert keine Daten speichern.


"Take It Down wurde für Personen gemacht, deren Bilder bereits, oder möglicherweise im Internet kursieren", sagt Gavin Portnoy, ein Sprecher für das NCMEC. Seit der Testphase im Dezember haben 200 Personen das Online-Tool schon benutzt. Darunter fallen nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene, deren Inhalte verbreitet wurden, als sie minderjährig waren. Laut dem US-Magazin Ars Technica ist Meta einer der größten finanziellen Unterstützer von Take It Down. Als erstes gab Yubo eine Zusammenarbeit mit dem Online-Tool bekannt, ein soziales Netzwerk aus Frankreich.


Sextortion nimmt zu


Sextortion ist eine Erpressungsmasche, in der Straftäter sexuelle Inhalte von einer Person sammeln und mit der Verbreitung drohen. Zwischen 2019 und 2021 verdoppelten sich die bei der Notrufstelle von NCMEC gemeldeten Vorfälle. Besonders Jugendliche sind betroffen. Der EU-Rat will deswegen Google und andere Internetkonzerne stärker in den Kampf gegen Kindesmissbrauch einbeziehen. Auch in Deutschland warnen das Bundeskriminalamt und Polizeibehörden vor Sextortion, diese Art der Erpressung kann Betroffene in den Selbstmord treiben.


Betroffene oder Angehörige finden auf der Webseite des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche mehrere Anlaufstellen, wie zum Beispiel das Hilfe-Telefon für sexuellen Missbrauch.


Update
28.02.2023
22:44
Uhr

Eine frühere Fassung des Artikels sprach fälschlicherweise von einem Upload der Bilder oder Videos auf den Onlinedienst. Tatsächlich verspricht Take it down aber, dass die Hashwerte lokal auf dem Gerät erzeugt werden. Der Text wurde korrigiert. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.






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