
Microsoft hat gegenüber The Verge bestätigt, dass der Xbox-360-Marktplatz vorerst geöffnet bleibt. Zuvor hatte ein Eintrag auf der Support-Seite des Unternehmens für Verunsicherung gesorgt, da das baldige Ende des Stores angekündigt wurde. Microsoft forderte die Nutzer an anderer Stelle auf, bis Mai alle gewünschten Transaktionen abzuschließen. Die widersprüchlichen Informationen sorgen für Verwirrung bei den Nutzern des Xbox-360-Stores.
"Diese Nachricht wurde versehentlich gepostet. Wir können bestätigen, dass der Marktplatz der Xbox 360 nicht im Mai schließt", sagte eine Microsoft-Sprecherin gegenüber The Verge. Unabhängig davon werde eine Reihe von Spielen am 7. Februar entfernt, darunter "Jet Set Radio", "Left 4 Dead" und "Left 4 Dead 2", "Spelunky" und "Half-Life: The Orange Box".
Support-Pannen häufen sich
Wie es zu der vermeintlichen Panne kam ist unklar. Kurios: Microsoft ist bereits das dritte namhafte Tech-Unternehmen, das in dieser Woche einen Support-Eintrag zurücknimmt, anschließend dessen Inhalte von Medien aufgegriffen wurde. Zuerst sprach ein Amazon-Support-Eintrag von einem erhöhten Mindestbestellwert von 39 Euro für Gratis-Lieferungen. Doch dazu kommt es erstmal nicht: "Kundinnen & Kunden erhalten weiterhin kostenlosen Standardversand innerhalb Deutschlands für Bestellungen über 29 Euro. Abweichende Angaben die kurzzeitig auf unserer Hilfeseite angezeigt wurden, sind falsch", sagte ein Unternehmenssprecher heise online.
Auch Netflix veröffentlichte offenbar versehentlich einen Support-Eintrag. Darin führte der Streaming-Dienst sein Vorgehen gegen Account-Sharing konkret aus. Der Eintrag wurde kommentarlos auf eine frühere Version zurückgesetzt, nachdem mehrere Medien über das Thema berichtet hatten.
Nun hat sich also Microsoft offenbar verhaspelt, indem es das Ende des Xbox-360-Marktplatzes ankündigte. Einen neuen Termin gibt es derzeit nicht. Es ist aber wahrscheinlich: Der Store der 2005 erschienenen Konsole früher oder später tatsächlich abgesägt wird: Dass Spielefirmen den Store-Support für ihre älteren Geräte einstellen ist nicht ungewöhnlich. Zuletzt hatte etwa Nintendo das Aus des eShops für Wii U und 3DS für März 2023 angekündigt.
Der aktuelle Microsoft Rückzieher erinnert an Konkurrent Sony: Ursprünglich wollte der Playstation-Hersteller die Stores von PS3 und PS Vita im Sommer 2021 einstellen. Nach einem Entrüstungssturm zog Sony das Vorhaben aber zurück: "Wir sehen jetzt, dass viele von euch in absehbarer Zukunft gerne weiter klassische Spiele auf der PS3 und der PS Vita kaufen möchten", erklärte Sony damals den Strategiewechsel.
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