Canal+ setzt sich gegen Rokkr und Watched durch: Einigung vor Gericht erzielt

Canal+ einigte sich gerichtlich mit Rokkr und Watched

Der französische Fernsehsender Canal+ hat vor Gericht eine Einigung mit den Betreibergesellschaften der Streaming-Software Rokkr und Watched erzielt. Laut dem französischen News-Portal L’informé konnte sich Canal+ vor dem Pariser Berufungsgericht durchsetzen und die rechtswidrige Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte der beiden Schweizer Betreiber unterbinden.



Bundles und Bundle-URLs ermöglichten kostenfreie Inhalte


Obwohl die beiden Streaming-Apps grundsätzlich legal sind, waren externe Module namens Bundles oder Bundle-URLs Gegenstand der Auseinandersetzung. Diese ermöglichten es Nutzern, kostenpflichtige Inhalte von Canal+ oder beIN Sports kostenlos zu streamen – sowie am Computer als ebenfalls auf Android-Smartphones. Besonders beliebt waren dabei Spiele der höchsten Spielklasse im französischen Männerfußball, Ligue 1. Canal+ konnte diese missbräuchliche Nutzung seiner Abonnementkanäle durch Bundle-URLs nicht hinnehmen.



Urheberrechtsverletzungen werden hart bestraft


Canal+ setzt sich seit langem gegen Online-Piraterie ein. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen bereits den Zugang zu 250 Websites gesperrt. In Frankreich nimmt die Anzahl der DNS-Sperren in diesem Zusammenhang stetig zu. Die Übertragungen von Piraten sollen dort bis zu zwei Drittel des Sportpublikums erreichen, während zahlende Kunden lediglich ein Drittel ausmachen. Urheberrechtsverletzungen werden in Frankreich hart bestraft und können mit Netzsperren und auch Zwangsgeldern einhergehen.



Rokkr und Watched sehen sich als Softwarehersteller


Vor Gericht betonten Rokkr und Watched, dass sie lediglich Software-Hersteller seien und von Dritten missbräuchlich eingesetzte Erweiterungen nicht zu verantworten hätten. Ähnlich wie bei Browsern könne auch ihre Software für rechtswidrige Zwecke zum Einsatz kommen. Rokkr hat kürzlich angekündigt – keine Hardware weiterhin zu vertreiben jedoch die Pflege und Entwicklung der Software fortzusetzen.



Netzsperren umgehen mit Proxy oder VPN


Wer sich über Netzsperren hinwegsetzen möchte, kann dies beispielsweise durch die Verwendung eines Proxys oder VPNs tun. Windows-Clients verschiedener VPN-Anbieter wurden kürzlich getestet. Canal+ bleibt jedoch weiterhin bemüht, Online-Piraterie und Missbrauch von urheberrechtlich geschütztem Material zu unterbinden.



Presseanfrage noch unbeantwortet


Es bleibt abzuwarten, ob Canal+ in Zukunft weitere Schritte gegen Online-Piraterie unternehmen wird. Eine Presseanfrage an Olivia Abehassera » die Leiterin der Kommunikation von Canal Plus « blieb bislang unbeantwortet.








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