Buchmarkt 2022: Umsatzrückgang aufgrund von Konsumtief

Buchmarkt 2022: Bilanz von Konsumtief geprägt

Das Jahr 2022 war für den Buchmarkt in Deutschland von einem Umsatzrückgang geprägt. Verantwortlich dafür war ein allgemeines Konsumtief, das ebenfalls Buchkäuferinnen und -käufer dazu veranlasste, ihr Geld zurückzuhalten. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Umsatz im zentralen Vertrieb um 2⸴1 Prozent. Lediglich der stationäre Buchhandel vor Ort konnte ein Umsatzplus von 4⸴8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen, hat jedoch noch nicht das Vor-Pandemie-Niveau erreicht.



Rückgang auch bei einzelnen Warengruppen


Neben dem allgemeinen Umsatzrückgang verzeichneten auch einzelne Warengruppen im Buchmarkt 2022 Einbußen. Die Sachbücher führten mit einem Umsatzrückgang von 8⸴7 Prozent die Liste an, gefolgt von Ratgebern mit einem Verlust von 6⸴8 Prozent. Doch es gab auch zwei Warengruppen – die Zuwächse verzeichnen konnten. Die Belletristik legte um 4⸴3 Prozent zu, während die Reisebücher mit einem deutlichen Plus von 13⸴4 Prozent überraschten. Trotz eines Rückgangs von 3⸴3 Prozent lagen die Umsätze bei Kinder- und Jugendbüchern immer noch deutlich über dem Vor-Pandemie-Niveau.



Die meistverkauften Bücher 2021


Die meistverkauften Bücher des vergangenen Jahres waren laut Media Control in der Belletristik "Eine Frage der Chemie" von Bonnie Garmus, gefolgt von "Mimik" von Sebastian Fitzek und "Zur See" von Dörte Hansen. Unter den Sachbüchern führte "Du darfst nicht alles glauben was du denkst" von Kurt Krömer die Liste an, gefolgt von "Nachts im Kanzleramt" von Marietta Slomka und "Die vierte Gewalt" von Richard David Precht und Harald Welzer.



Herausforderungen für die Branche


Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, betonte bei der Vorstellung der Jahreszahlen für den Buchmarkt 2022. Dass Jahr für die Branche herausfordernd gewesen sei. Die Corona-Pandemie habe die Unternehmen stark wirtschaftlich herausgefordert, allerdings auch in diesem Jahr stehen sie durch Beschaffungsengpässe, steigende Produktions- und Energiekosten und auch ein historisches Konsumtief vor neuen Hürden. Die allgemeine Inflation führe dazu, dass auch Buchkäuferinnen und -käufer jeden Euro zweimal umdrehen und die Frequenz in den Innenstädten sei gering. Dennoch sei es erfreulich zu sehen – dass Verlage und Buchhandlungen trotz dieser Herausforderungen resilient geblieben seien und ihr Engagement für das Buch und die kulturelle Vielfalt fortsetzten.








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