Belgische Polizei versehentlich gehackt: Datenleck gefährdet laufende Ermittlungen

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Polizei versehentlich gehackt: Hacker wollten Gemeinde angreifen

Eine fehlgeschlagene Attacke auf eine Gemeinde führte zur versehentlichen Infiltrierung des Netzwerks einer lokalen Polizeibehörde in Antwerpen durch die Ransomware-Gruppe Ragnar Locker. Die Hacker hatten es eigentlich auf Zwijndrecht abgesehen, veröffentlichten jedoch bei ihrem Irrtum Tausende von Datensätzen, die sie bei dem Angriff auf die Polizei erbeutet hatten. Die veröffentlichten Daten enthielten Autokennzeichen, Bußgelder, Kriminalitäts- und Ermittlungsberichte sowie Personaldaten. Das Ausmaß des Lecks könnte jedoch noch brisanter sein, als es die Polizei vermuten lässt.



Belgische Medien sprechen vom größten Leck in der Geschichte der belgischen Strafverfolgungsbehörden, das nun laufende Strafverfolgungsmaßnahmen und Ermittlungen gefährdet. Der Zugriff auf Bilder von Verkehrskameras inklusive Zeitpunkt und Standort, Metadaten von Telekommunikationsdiensten und SMS von Personen, die Bestandteil laufender Ermittlungen sind, macht das Datenleck zum wahrscheinlich folgenreichsten, das jemals in Belgien aufgedeckt wurde.



Polizei versucht, das Ausmaß des Vorfalls herunterzuspielen

Die betroffene Polizeibehörde versucht, das Ausmaß des Vorfalls herunterzuspielen und behauptet, es wären nur persönliche Informationen ihres eigenen Personals, wie Personallisten und Fotos von Personalfeiern, betroffen. Doch der belgische Journalist Kenneth Dée fand bei seiner Untersuchung der veröffentlichten Daten deutlich brisantere Informationen, die auf Nachlässigkeiten seitens der Polizeibehörde hindeuten. Dazu gehören Aufnahmen von Verkehrskameras inklusive Zeitpunkt und Standort, Metadaten von Abonnenten von Telekommunikationsdiensten sowie SMS von Personen, die Bestandteil laufender Ermittlungen sind.



Die belgische Datenschutzbehörde hat bisher keine Untersuchungen in Bezug auf den Vorfall eingeleitet. Die Staatsanwaltschaft hat zwar ein Strafverfahren wegen des Hackerangriffs eingeleitet, jedoch keine Ermittlungen gegen die Polizeibehörde aufgenommen.



Fazit

Das versehentliche Eindringen in das Netzwerk der belgischen Polizeibehörde durch die Ransomware-Gruppe Ragnar Locker führte zum größten Leck in der Geschichte der belgischen Strafverfolgungsbehörden. Die veröffentlichten Daten könnten laufende Ermittlungen und Strafverfolgungsmaßnahmen gefährden. Obwohl die betroffene Polizeibehörde die Auswirkungen des Vorfalls herunterzuspielen versucht, könnten Aufnahmen von Verkehrskameras, Metadaten von Abonnenten von Telekommunikationsdiensten sowie SMS von Personen, die Bestandteil laufender Ermittlungen sind, eine Nachlässigkeit der Polizeibehörde aufdecken. Die belgische Datenschutzbehörde hat bisher keine Untersuchungen in Bezug auf den Vorfall eingeleitet, und die Staatsanwaltschaft konzentriert sich lediglich auf den Hackerangriff.




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