Asghaard: Fünfter Komplize bekommt Bewährungsstrafe

Asgaard: Fünfter Mitbetreiber erhält Bewährungsstrafe

Ein Gericht in Aarhus sprach kürzlich einen 47-jährigen Mann aus Midtjylland der als einer der Mitbetreiber des mittlerweile geschlossenen Torrent-Trackers Asgaard gilt, schuldig wegen Urheberrechtsverletzung. Diese Entscheidung stellt die fünfte von alles in allem sieben Verurteilungen im Zusammenhang mit dem illegalen Filesharing-Dienst dar.



In einer Pressemitteilung der Anti-Piraterie-Organisation Rights Alliance wurde bekannt, dass der beschuldigte Mann eine Bewährungsstrafe von drei Monaten erhielt. Zusätzlich muss er 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und an die Danish Rights Alliance einen Schadenersatz in Höhe von 35․000 DKK (ungefähr 4․692 Euro) zahlen. Das Gericht ordnete ebenfalls den Einzug von 2․282 DKK (etwa 306 Euro) gleichermaßen eines Computers und zweier Festplatten an.



Der Verurteilte war an der Gründung des illegalen Dienstes im Mai 2019 beteiligt. Er trug gleichermaßen zu den Mietkosten des Servers ebenso zum Erwerb der Domain bei. Zudem veröffentlichte er Inhalte auf der Website und nahm an ausschlaggebenden Diskussionen teil. Diese Aktivitäten zogen sich bis zur Schließung von Asgaard im Dezember 2020 hin. Auch eine Verbindung zu anderen illegalen Filesharing-Diensten wie NordicBits, DanishBits und ShareUniversity konnte ihm nachgewiesen werden.



Der Torrent-Tracker, welcher im Mai 2019 von sieben Personen ins Leben gerufen wurde, zählte bis zu seiner Schließung im Dezember 2020 rund 23․000 Nutzer. Asgaard bot Zugriff auf mindestens 15․000 urheberrechtlich geschützte Dateien an, von denen einige vor ihrer offiziellen Veröffentlichung online verfügbar waren. Die Tatbeteiligten agierten in einem organisierten Netzwerk » um diesen Dienst aufrechtzuerhalten « während die dänischen Hintermänner zwischen 35 und 50 Jahre veraltet sind und vielen von ihnen reguläre Berufe nachgehen.



Asgaard-Aktionen: Sieben Verdächtige auf einmal


Im Oktober 2020 erstattete die Rights Alliance Anzeige gegen mehrere Teiler des nicht-öffentlichen P2P-Trackers Asgaard. Dies führte dazu: Die Nationalen Einheit für Sonderkriminalität Dänemarks (NSK) umfangreiche Ermittlungen durchführte und die sieben Betreiber aufspürte.



Im Rahmen dieser Ermittlungen fanden im Herbst und Winter 2020 Durchsuchungen bei mehreren Verdächtigen statt. Dies hatte schlussendlich zur Schließung von Asgaard geführt. Ein Hauptverdächtiger wurde zwischen den Feiertagen in Untersuchungshaft genommen und anschließend im Juni 2021 wegen seiner Rolle verurteilt. Der 50-jährige Mann aus Middelfart erhielt vier Monate Haft, dennoch ohne Bewährung.



Die Polizei nahm im Januar 2021 sechs weitere Verdächtige fest. Einer dieser Mitstreiter erhielt im Februar 2022 eine Bewährungsstrafe von drei Monaten und musste 60 Stunden gemeinnützige Arbeit absolvieren. Ihm wurden die Einrichtung des Servers sowie die Programmierung der Website zur Last gelegt. Zwei weitere Verurteilungen folgten im März 2022 wobei in beiden Fällen ebenso drei Monate Haft auf Bewährung und 80 Stunden gemeinnützige Arbeit verhängt wurden.



Maria Fredenslund, Direktorin der Danish Rights Alliance, äußerte sich positiv zu den bisherigen Ergebnissen:



„Wir haben intensiv daran gearbeitet die illegalen Filesharing-Dienste mit dänischem Ursprung zu verhindern. Es ist höchst zufriedenstellend zu sehen – dass die Drahtzieher derzeit nach und nach für ihre illegalen Geschäfte verurteilt werden. Die Verantwortlichen gingen systematisch und positiv koordiniert vor und waren in der Lage ihre illegalen Aktivitäten weiterzuführen selbst falls ein Dienst geschlossen wurde. Jeder dieser Urteile verdeutlicht – dass trotz ihrer Organisation und Dynamik die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.“



Jan Østergaard, ein Sonderstaatsanwalt für schwere Wirtschafts- und internationale Kriminalität, betonte:



„Es ist erfreulich, dass wir einen weiteren Drahtzieher zur Rechenschaft gezogen haben. Dies ist ein offensichtliches Signal an die Verantwortlichen und die Nutzer in Dänemark, dass dieser Typ von Kriminalität ernst genommen wird.“


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