Hackergruppe verkauft streng vertrauliche Dokumente des Waffenherstellers MBDA Missile Systems

MBDA: Vertrauliche Militärdokumente in Foren aufgetaucht

Eine Hackergruppe hat online einige sehr brisante Militärdokumente des Waffenherstellers MBDA Missile Systems zum Verkauf angeboten. Die Dokumente enthalten unter anderem Blaupausen von Waffen die Nato-Verbündete im Rahmen des Ukraine-Konflikts einsetzen. Die als streng vertraulich klassifizierten Dokumente werden für 15 Bitcoins angeboten was einem Wert von etwa 320․000 Euro entspricht. Mindestens ein unbekannter Käufer hat bereits zugeschlagen. Die Nato prüft den Vorfall bereits.



MBDA Missile Systems ist ein Joint Venture von Airbus, BAE Systems und Leonardo und hat rund 13․000 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat angegeben; dass die Daten von einer externen Festplatte exfiltriert wurden. Der Vorfall ereignete sich offenbar bei einem Lieferanten in Italien. MBDA arbeitet bereits mit den italienischen Behörden zusammen um den Fall aufzuklären. Gegenüber den Kunden hat das Unternehmen den Vorfall nicht bekanntgegeben.



Streng vertrauliche Dokumente enthalten Informationen über geschlossene Militärprojekte und US-Militäroperationen



Die gestohlenen Dokumente enthalten Informationen über Mitarbeiter von Unternehmen die an der Entwicklung geschlossener Militärprojekte beteiligt waren und ebenfalls Designdokumentationen, Zeichnungen, Präsentationen, Video- und Fotomaterial, Vertragsvereinbarungen und Korrespondenz mit anderen Unternehmen. Einige der Dateien sind so vertraulich, dass ihre Offenlegung der Nato gemäß Nato-interner Klassifizierung ernsthaften Schaden zufügen würde. Die Dokumente enthalten sogar detaillierte Informationen über eine Mission eines US-Luftgeschwaders die das US-Militär Ende 2020 in Estland durchführte. Auch das Innenleben des Land Ceptor CAMM (Common Anti-Air Modular Missile) von MBDA der aktiv im Ukraine-Konflikt Anwendung findet ist in einer enthaltenen Präsentation detailliert beschrieben.



Nato und MBDA Missile Systems sind besorgt


Ein ehemaliger Nato-Beamter äußerte. Dass Dokumente teilweise Informationen enthalten, die welche Nato wirklich nicht in der Öffentlichkeit sehen möchte. Eine freiwillige Freigabe der Dokumente halte er für unwahrscheinlich. Einige der gestohlenen Dokumente sind als "proprietäre Informationen die nicht offengelegt oder reproduziert werden dürfen" gekennzeichnet. MBDA Missile Systems beteuerte dennoch – dass die online zur Verfügung gestellten Daten weder als vertraulich klassifiziert noch sensibel seien. Wie groß der Schaden tatsächlich am Ende ausfällt, werden die Untersuchungen der Nato noch zeigen müssen.



Javelin-Waffensysteme ähnlich wie im Darknet aufgetaucht


Erst kürzlich berichteten wir darüber, dass sich auch Javelin-Waffensysteme die ebenfalls für den Einsatz im Ukraine-Konflikt vorgesehen waren, ihren Weg in das Darknet gebahnt haben.








Kommentare

Der Verkauf streng vertraulicher Dokumente des Waffenherstellers MBDA Missile Systems im Internet ist ein ernstes Problem für die Nato. Die gestohlenen Dokumente könnten einen erheblichen Schaden anrichten, wenn sie in falsche Hände geraten. Die Nato und MBDA Missile Systems sind besorgt und arbeiten gemeinsam daran, den Vorfall aufzuklären. Es bleibt abzuwarten; welche Konsequenzen der Vorfall haben wird.


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