
Das Vorgehen der beiden Männer aus Phoenix, Arizona ist ein klassisches Beispiel für Betrugsmaschen in Zeiten fortschreitender Digitalisierung. Die Täter gründeten das Unternehmen MediaMuv um über YouTube an die Tantiemen von Musik-Uploads zu kommen die ihnen nicht zustanden. Einem etablierten Rechteverwerter legten sie gefälschte Dokumente vor um als rechtmäßige Empfänger der Einnahmen in YouTubes ContentID-System eingetragen zu werden. Dabei lässt sich das Missbrauchspotenzial der Plattform eigentlich durch den begrenzten Zugang zu ihrem Urheberrechtssystem einschränken. Den betroffenen Künstlern blieben allerdings kaum Möglichkeiten, ihre Rechte zu prüfen.
Die IRS deckt den Betrug von MediaMuv auf
Die Betrugsmasche wurde erst durch eine Analyse der Buchführung von MediaMuv durch die amerikanische Steuerbehörde IRS aufgedeckt. Der Betrug hatte zu diesem Zeitpunkt bereits rund 23 Millionen US-Dollar eingebracht. Die Täter machten aus ihrem illegalen Gewinn kein Geheimnis: So fuhr einer von ihnen beispielsweise mit einem auffälligen hellgrünen Lamborghini Aventator und die Frau eines anderen kaufte ein Haus in Phoenix für 590․000 US-Dollar – bar bezahlt.
Der lange Weg zur Aufklärung
Die Masche der Betrüger zog sich über mehrere Jahre hinweg. Ein Whistleblower hatte bereits 2018 lokale Medien und die IRS über den Fall informiert, allerdings erst im November 2021 konnte die Steuerbehörde die Quelle des Geldstroms an MediaMuv identifizieren. Dass der Prozess so lange dauerte – könnte ebenfalls damit zu tun haben. Dass YouTube nur sehr begrenzt Zugänge zu seinem Urheberrechtssystem erteilt.
Betroffene Künstler leiden unter dem Betrug
Letztendlich profitierten die Betrüger von den Werbeeinnahmen von weiterhin als 50․000 Songs die eigentlich den betroffenen Künstlern zugestanden hätten. Primär zielte MediaMuv auf Latino-Künstler ab, darunter auch bekannte Namen wie Daddy Yankee und Julio Iglesias. Die beiden Täter müssen sich nun wegen Verschwörung, Betrug, Geldwäsche und Identitätsdiebstahl in 30 Fällen vor Gericht verantworten.
Kommentare
Die Masche von MediaMuv ist ein Beispiel dafür, ebenso wie Betrüger das Urheberrechtssystem von YouTube ausnutzen können. Insbesondere in Zeiten fortschreitender Digitalisierung nehmen Betrugsmaschen zu, da sie online einfacher und schneller durchgeführt werden können. Betrug bleibt ein lukratives Geschäft – solange genug Menschen darauf hereinfallen. Aufklärung und Sensibilisierung sind deshalb wichtige Maßnahmen um Betrug vorzubeugen.