Brasilianische Anti-Piraterie-Firma lässt US-Domains beschlagnahmen

In einer weiteren Phase ihrer Operation 404 hat die brasilianische Strafverfolgungsbehörde sechs Domains von Musik-Piraterie-Websites beschlagnahmt, die von den US-Registrierungsstellen Verisign und GoDaddy verwaltet wurden. Die Aktion wurde aufgrund der Tatsache durchgeführt, dass die Seiten urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Erlaubnis verbreiteten. Die Websites waren in spanischer Sprache verfasst, was für die meisten Brasilianer ein Problem darstellte, da die Landessprache Portugiesisch ist.



Die Anti-Piraterie-Firma Ltahub, die in Lateinamerika und der Karibik tätig ist und im Namen der Warner Music Group, Universal Music Group, Sony Music Group und Interscope Records handelt, stellte den Antrag auf Beschlagnahmung der Domains. Das US-Justizministerium und die Homeland Security Investigations (HSI) bekamen zudem Informationen vom Musikverband IFPI, um die Richtigkeit der Anschuldigungen gegen die Seiten zu bestätigen.



Die Beschlagnahmung der Domains war denkbar einfach, da die Registrierungsstellen in den USA und Kolumbien waren. Allerdings stellt sich die Frage, warum ausgerechnet US-Behörden im Auftrag brasilianischer Musikfirmen handelten, da die meisten Nutzer der Seiten aus Mittel- und Südamerika kamen und Spanisch sprechen mussten. Die Beschlagnahmung hätte somit eher in Ländern wie Spanien, Mexiko oder Venezuela stattfinden müssen.



Experten vermuten, dass die Beschlagnahmung der sechs Domains dazu diente, zu zeigen, dass die USA genug gegen die Online-Piraterie unternommen haben, da Brasilien seit Jahren unter Beobachtung der US-Behörden steht und der Vorwurf besteht, das Land unternehme zu wenig gegen Copyright-Verletzungen.



Es bleibt abzuwarten, ob die Beschlagnahmung der Domains Auswirkungen auf andere Piratenseiten mit vielen US-Besuchern haben wird. Die Unterlagen der Domain-Beschlagnahmungen wurden öffentlich zur Verfügung gestellt.








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