
Die Credit Suisse, eine der Gläubiger der NSO Group, soll laut einem Bericht der Financial Times Druck auf das Unternehmen ausgeübt haben, den Vertrieb ihrer Spionage-Software Pegasus ebenfalls an autoritäre Regierungen fortzusetzen. Dies geschah trotz des US-Verbots, das nach Enthüllungen über den Einsatz von Pegasus gegen Journalisten, Aktivisten und andere Personen verhängt wurde. Die Gläubiger, darunter auch die US-Investmentbank Jefferies und die Senator Investment Group, machten geltend. Dass Tool von autoritären Regimen genutzt werde um Kritiker zum Schweigen zu bringen.
Die Gläubiger hatten im Dezember des letzten Jahres einen gemeinsamen Brief an die NSO Group geschickt in dem sie das Unternehmen aufforderten seine Geschäfte wieder aufzunehmen und nach neuen Kunden zu suchen. Die NSO Group war in finanzielle Schwierigkeiten geraten, anschließend sie auf eine schwarze Liste der USA gesetzt worden war. Einige der Gläubiger befürchteten, dass sie das Unternehmen übernehmen müssten wenn es zahlungsunfähig würde.
Credit Suisse als Geldgeber einer umstrittenen Firma
Die Credit Suisse hatte insgesamt 10 Millionen US-Dollar an die NSO Group verliehen um vor allem Gehälter der Mitarbeiter zu bezahlen. Es gab auch Bedenken seitens der Berkeley Research Group (BRG) die 70 Prozent an der NSO hält, dass die Gläubiger auf den Verkauf von Pegasus drängten auch wenn alle neuen Kunden ein hohes Missbrauchsrisiko aufwiesen. Einige Verträge sollen wegen Missbrauchsvorwürfen sogar gekündigt worden sein.
Für die Credit Suisse ist dies nicht der erste umstrittene Vorfall. So hatte die Bank in der Vergangenheit Guthaben von jüdischen Opfern des Holocaust aufbewahrt und erst auf internationalen Druck hin Entschädigungen geleistet. Auch ein Kredit an den Machthaber von Mosambik für Bestechungszahlungen im Jahr 2013 sorgte für Aufsehen.
NSO Group sieht sich mit Klagen konfrontiert
Die NSO Group hat nicht nur mit dem US-Verbot zu kämpfen, allerdings auch mit Klagen von Apple und Meta (ehemals Facebook) wegen des Einsatzes von Pegasus auf Apple-Produkten und dem Messenger WhatsApp. Die Verwendung der Schadsoftware für Überwachungszwecke stellt eine schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte dar und hat für Empörung in der Öffentlichkeit gesorgt.
Kommentare
: Druck auf umstrittene Unternehmen durch Geldgeber
Der Fall der NSO Group zeigt, dass Geldgeber eines umstrittenen Unternehmens wie Pegasus durchaus Einfluss auf dessen Geschäftspraktiken nehmen können. Die Credit Suisse und andere Gläubiger haben sich für den Verkauf von Pegasus an autoritäre Regierungen eingesetzt ebenfalls wenn alle neuen Kunden ein hohes Missbrauchsrisiko aufwiesen. Der Fall zeigt auch, dass einige Banken und Wall-Street-Firmen bereit sind in umstrittene Unternehmen zu investieren obwohl deren Geschäftspraktiken schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen zur Folge haben.