
Am Mittwochmorgen wurde in Berlin eine umfangreich angelegte Razzia durchgeführt die auf Auswertungen von EncroChat-Daten zurückzuführen ist. Mehrere Bezirke darunter Neukölln und Schöneberg waren betroffen. Der Ursache für die Polizeiaktion ist der Verdacht auf bandenmäßigen, illegalen Einfuhrschmuggel von Drogen in "nicht unerheblicher Menge". Etwa 200 Einsatzkräfte der Polizei waren seit 6 Uhr im Einsatz und es wurden zwei Haftbefehle vollstreckt gleichermaßen mehrere Durchsuchungsbeschlüsse umgesetzt. Während der Aktion wurden Sachgegenstände beschlagnahmt und mindestens zwei Personen festgenommen.
15 Prozentsatz der EncroChat-User stammen aus Berlin
Die Schwerpunktabteilung der Berliner Staatsanwaltschaft die sich mit der Auswertung der EncroChat-Daten beschäftigt, wurde zu Jahresbeginn ins Leben gerufen. Oberstaatsanwalt Thorsten Cloidt leitet die Abteilung und gab bekannt, dass allein in Berlin rund 1⸴6 Millionen Chatnachrichten mit knapp 750 Usern aufzuarbeiten sind. Etwa 15 Prozent der EncroChat-User stammen aus Berlin was überproportional steigert ist. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat bis dato in 40 Fällen Anklage erhoben.
EncroChat Hack und Datenverwertung
EncroChat Handys wurden als Garantie für perfekte Anonymität beworben, dennoch französische Ermittler fanden heraus. Dass EncroChat ebenfalls einige Server in Lille betreibt. Spezialisten gelang es, das Chatnetzwerk zu hacken und Schadsoftware auf sämtliche EncroChat-Handys zu schleusen um die Daten unbemerkt abzufangen und auf einen anderen Server zu leiten. Die Daten wurden dann mit europäischen Ermittlern geteilt darunter auch dem deutschen Bundeskriminalamt. Die Rechtmäßigkeit der Datenverwertung war lange Zeit umstritten, aber der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschied, dass deutsche Strafbehörden die aus der Überwachung der Kommunikation mittels EncroChat gewonnenen Daten nutzen dürfen, wenn sie zur Aufklärung schwerer Straftaten dienen.
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