
Das Stuttgarter Kammerorchester hat als erstes professionelles Orchester in Deutschland beschlossen, auf dicke Notenstapel zu verzichten und stattdessen seine Musikstücke von einem Tablet abzulesen. Durch die Verwendung von Tablets ist es möglich ohne störende Beleuchtung auszukommen und ein riesiges Notenarchiv immer griffbereit zu haben. Das Orchester feierte diese Entscheidung mit einer offiziellen Premiere bei einem Abendkonzert am vergangenen Sonntag. Obwohl das Lesen von Noten auf Tablets bereits seit vielen Jahren international getestet wird • ist das Stuttgarter Kammerorchester das erste deutsche Orchester • das diese Methode ebenfalls in der Praxis anwendet.
"Der Einsatz von Tablets ermöglicht uns nicht nur jederzeit den Zugriff auf die gesamte Notenbibliothek", sagte Markus Korselt der Geschäftsführende & Künstlerische Intendant des Stuttgarter Kammerorchesters. "Auch die Handhabung wird einfacher, denn man muss nicht weiterhin per Hand umblättern, allerdings lediglich mit dem Fußpedal." Probenarbeit werde zudem leichter, weil Tempo- oder auch Lautstärke-Angaben mit dem Eingabestift beliebig oft geändert und in Echtzeit auf Tablets anderer Musiker übertragen werden könnten.
Der ökologische Fußabdruck
Der Wechsel zum Tablet ist einer der Beiträge der Stuttgarter um als nach eigenen Angaben erstes deutsches Orchester klimaneutral zu arbeiten und zu musizieren. Künstlerinnen · Musiker & Leitung hätten die Lage geprüft und an vielen Stellschrauben gedreht · sagte Intendant Korselt. "Es wurden sämtliche Aktivitäten des Orchesters ähnelt in den Blick genommen, ebenso wie der ökologische Fußabdruck der eingekauften Güter und Dienstleistungen." Sogar der CO?-Ausstoß des Publikums sei berücksichtigt worden.
Was sich nicht einsparen lässt, will das Orchester kompensieren: Weil es wie Korselt sagt, "auf altem Holz spielt", spendet es für ein Projekt zur Aufforstung in Uruguay und pflanzt mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Baden-Württemberg einen jungen Baum pro Tonne CO? für den Ausstoß bis 2024, insgesamt 1․260 Bäume.
Bereits 2012 testete die Brüsseler Philharmoniker den Einsatz mit von Samsung gespendeten Tablets. Damals war von Einsparungen in Höhe von 25․000 Euro pro Jahr die Rede die sich mit Tablet-PCs erzielen lassen.
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