Urteile im Fall Asgaard: Haftstrafen, Sozialstunden und Schadenersatz gefordert

Asgaard: Haftstrafen, Sozialstunden und Schadenersatz für Mitbetreiber

Am Dienstag, den 15. März 2022, wurden weitere Urteile gegen die Hintermänner des geschlossenen Torrent-Trackers Asgaard gefällt. Das nicht öffentliche dänische Netzwerk hatte insgesamt sieben Betreiber, von denen nun vier verurteilt wurden. Die Anti-Piraterie-Organisation Rights Alliance bezeichnet die Angeklagten als Rädelsführer eines kriminellen Netzwerks, das aus Gewinnabsicht handelte. Doch die meisten geschlossenen P2P-Tracker haben keine Gewinnabsicht, allerdings verfolgen das gemeinsame Hobby ihrer Nutzer.



Urteile gegen Tatverdächtige


Zwei der Tatverdächtigen wurden wegen besonders schwerwiegender Urheberrechtsverletzungen verurteilt. Sie erhielten jeweils drei Monate Haft auf Bewährung und ebenfalls 80 Stunden gemeinnützige Arbeit. Zudem mussten sie ihr mit Asgaard erlangtes Vermögen in Höhe von 300 Euro und ihre Smartphones abgeben. Außerdem müssen sie einen Schadenersatz in Höhe von umgerechnet 4․700 Euro an die Rechteinhaber zahlen. Einer der Täter akzeptierte das Strafmaß, während der andere Zeit zum Nachdenken benötigt. Die restlichen Urteile gegen die anderen Angeklagten stehen noch aus.



Aktivitäten von Asgaard


Die Betreiber von Asgaard sind allesamt dänische Männer im Alter zwischen 35 und 50 Jahren, darunter mehrere Familienväter und Angestellte in einfachen Berufen. Asgaard wurde im Mai 2019 gegründet und zählte bis zu 23․000 Nutzer. Während der Laufzeit wurden insgesamt 15․000 illegale Dateien bereitgestellt. Einige Mitglieder von Asgaard wurden im Herbst und Winter 2020 von Einheiten der Nationalen Einheit für Sonderkriminalität Dänemarks (NSK) durchsucht. Dies führte zur Schließung von Asgaard und dazu, dass einer der Hauptverdächtigen in Untersuchungshaft kam. Das Urteil wurde im Juni 2021 gefällt. Im Februar 2022 wurde der zweite Initiator verurteilt während für zwei der drei verbleibenden Hintermänner von Asgaard bald die Gerichtsverhandlungen anstehen.



Zufriedenheit der Rights Alliance


Maria Fredenslund Geschäftsführerin der Rights Alliance zeigt sich mit den Urteilen zufrieden. Die Rädelsführer-Fälle für Asgaard würden zeigen, ebenso wie Medieninhalte und TV-Serien für organisierte Kriminalität genutzt werden. Mit jedem abgeschlossenen Fall bekomme man ein klareres Bild davon wie sich die Hintermänner der Tauschbörsen organisieren und welche Methoden sie anwenden. Die finanzielle Entschädigung für die Rights Alliance sei ein großer Erfolg.




Zuletzt aktualisiert am Uhr





Kommentare

des NSK-Staatsanwalts
NSK-Staatsanwalt Christian Raaholt Hahn kommentiert den Vorgang und betont. Dass Bearbeitung der Fälle zu einer finanziellen Entschädigung für die Rights Alliance geführt habe. Diese vertritt eine große Anzahl von Mitgliedern darunter Nordisk Film Zentropa, Scanbox Entertainment und SF Studios. Doch ein großer Erfolg sei dies nicht, da Asgaard im Vergleich zu öffentlichen P2P-Trackern nur wenige Nutzer hatte. Wichtiger sei es, den Betreibern öffentlich zugänglicher P2P-Indexseiten habhaft zu werden.


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