Uberspace: Plattenfirmen klagen gegen Webhoster wegen youtube-dl

Uberspace: Musiklabels verklagen Webhoster wegen youtube-dl

Musiklabels wollen den Webhoster Uberspace verklagen, da dieser trotz Abmahnung und Klage mehrerer Labels das Download-Tool youtube-dl hostet. Die deutsche Tochterfirmen von Sony Entertainment, der Warner Music Group und Universal Music st├Âren sich daran, dass die Software daf├╝r benutzt werden kann, um damit Urheberrechtsverletzungen durchzuf├╝hren. Das Extrahieren der Tonspur funktioniert bei so gut wie allen Videoportalen und Mediatheken, die man sich vorstellen kann. Die Unterst├╝tzung geht von der ZDF Mediathek ├╝ber Zattoo, WSJ, Weibo, WDR, VoxMedia, Vimeo, USAToday, TikTok, Syfy, Spotify, Spiegel, Sky, RottenTomatoes und RockstarGames bis hin zu ORF, NYTimes, NTV, MySpace, Jamendo, HuffPost, Heise, Google Podcasts und endlos vielen Porno-Portalen.



Causa youtube-dl


Uberspace weigert sich, seinen Kunden den Zugriff auf youtube-dl zu entziehen, deshalb werfen die Labels dem Webhoster eine Mitt├Ąterschaft an den Urheberrechtsverletzungen vor und wollen ihn in die St├Ârerhaftung nehmen. Die Gesch├Ąftsleitung von Uberspace ist der Ansicht, dass es den Labels von Anfang an darum ging, mit diesem Verfahren eine Art Grundsatzurteil zu erwirken. Es stellt sich jedoch die Frage, ob das ├Âffentliche Anbieten dieses Tools ├╝berhaupt juristisch angreifbar ist. Sollten die Labels gewinnen, d├╝rften die Webhoster die Inhalte ohne Widerspruch entfernen und h├Ątten keine Zeit mehr f├╝r eine eigene Pr├╝fung.



Privatkopie oder nicht?


Die Bef├╝rworter des Tools argumentieren, die Nutzung von youtube-dl sei durch die Privatkopie gedeckt. Da auf der von Uberspace gehosteten Webseite keine Werbung geschaltet wird, kann man von keiner gewerblichen Nutzung sprechen. Zudem ist YouTube keine offensichtlich rechtswidrige Quelle. Der Streitpunkt bei der Privatkopie ist lediglich, dass man bei der Anfertigung keine technischen Schutzma├čnahmen umgehen darf. Ob der ÔÇ×KopierschutzÔÇť von YouTube darunter f├Ąllt, m├╝sste somit das Landgericht Hamburg kl├Ąren.



Rechteinhaber wollen mehrfach abkassieren


Die Kl├Ąger werden des Weiteren beschuldigt, mehrfach abkassieren zu wollen. Die Google-Tochter YouTube zahlt an die Plattenfirmen Lizenzgeb├╝hren, wenn auch vergleichsweise geringe. Dazu kommen Leermedien- oder Pauschalabgaben, die automatisch beim Kauf eines PCs, Druckers, Smartphones oder eines anderen Speichermediums erhoben werden. Die Rechteinhaber wollen erwirken, dass keine Privatkopien mehr von den bereits mehrfach bezahlten YouTube-Videos erstellt werden d├╝rfen. Fraglich bleibt, ob das legal ist.



Labels wollen Online-Zensur auf Zuruf


Die Labels fordern au├čerdem, dass Webhoster wie Uberspace den eingereichten DMCA-L├Âschaufforderungen zeitnah nachkommen sollen. Das w├╝rde einer Zensur auf Zuruf gleichkommen, da f├╝r eine inhaltliche Pr├╝fung der Anspr├╝che keine Zeit mehr vorhanden w├Ąre.



Risiken f├╝r Uberspace


Wenn Uberspace den Prozess verlieren sollte, wird es teuer. Der Streitwert wurde im Vorfeld auf 100.000 Euro angesetzt. Im schlimmsten Fall k├Ânnten Anwalts- und Gerichtskosten von etwa 10.000 Euro anfallen. M├Âgliche Geldstrafen vom Landgericht Hamburg k├Ąmen dann noch oben drauf.



Ein etwas anderes Hosting-Unternehmen


Wer sich f├╝r die Geschichte von Uberspace interessiert, kann auf t3n ein recht interessantes Portrait vom ÔÇ×etwas anderen Hosting-UnternehmenÔÇť finden.




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