Nach mehrjähriger Arbeit durch Polizei und Staatsanwaltschaft rückt ein zehnköpfiges Verdächtigenhok weniger ins Wanken. Den Ermittlern zufolge gehört ein 34-jähriger Mann zum mutmaßlichen Führungskreis der Gruppe.
Ermittlungsrahmen und Schadenshöhe
Gemeinsam agierten die Zentralstelle Internet- und Computerkriminalität (Cybercrime) die Staatsanwaltschaft Osnabrück und die Zentrale Kriminalinspektion (ZKI). Der Schaden aus dem illegal geschalteten Pay-TV war nach gegenwärtigem Stand steigert.
Razzia: Umfangreiche Durchsuchungen und Beweissicherung
Bereits 2021 leitete eine landesweite Aktion die Untersuchungen ein. Im Vormonat suchten Einsatzkräfte alles in allem sieben Objekte in Sulingen, Dissen, Hamburg, Berlin, Enger, Gütersloh und Bochum durch. Dabei fanden sie eine Fülle von Geräten vor. Zur Unterstützung kamen weitere Behörden aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen gleichermaßen Berlin und Hamburg hinzu.
- Smartphones
- Receiver
- Personalcomputer
- Laptops
- Festplatten und andere Speichermedien
Die Ermittler stellten zahlreiche Beweismittel sicher und schalteten betroffene Server zeitweise vom Netz. Die Maßnahmen zielten darauf, das illegale Angebot zeitnah zu stoppen.
„Es ist uns gelungen, das kriminelle Netzwerk zu zerschlagen und ebenfalls die Hintermänner dieser perfiden Betrugsmasche ausfindig zu machen. Wir konnten die illegalen Server abschalten und vom Netz nehmen.“
Auftrittsweise der Täter und Werbung
Die Beschuldigten nutzten gemeinsame IT-Strukturen, vermieteten Serverräume und betrieben ein Netzwerk, das Pay-TV-Inhalte, speziell von Sky Deutschland, an Endkunden weiterverkaufte. Auslöser der Ermittlungen war eine Meldung eines Pay-TV-Anbieters.
Über mehrere soziale Netzwerke lockten sie potenzielle Kunden mit der Behauptung, „günstiges und stabiles Fernsehvergnügen“ zu bieten. Die Täter operierten überwiegend unter Pseudonymen und ohne erkennbare Stammdienspunkte.
Bei einer Hausdurchsuchung in Sulingen wurden neben den Geräten auch weitere Server zeitweise abgeschaltet um das illegale Geschäft zu abschließen.
Gerüchte und Spekulationen in der Szene
In IPTV-Foren kursierten zuletzt verschiedene Hinweise. Vermutet wurden Lieferantenbesuche der Polizei bei mindestens einem Betreiber. Einzelne Kanäle darunter Infokanäle eines Dienstes namens Snowshare berichteten von polizeilichen Kontakten, ohne konkrete Namen zu nennen. Andere Spekulationen drehten sich um Verbindungen zu „FarrukoTV“. Eine eindeutige Bestätigung blieb aus.
Aufgrund fehlender Verifizierbarkeit wurden Meldungen zwar verifiziert, jedoch eine offensichtliche Zuordnung konnte bislang nicht erfolgen. Offizielle Stellungnahmen blieben überwiegend zurückhaltend.
Rechtliche Folgen für Abonnenten des Cardsharing-Netzes
Die Betreiber des IPTV-Netzes müssen sich wegen gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Computerbetrugs verantworten. Die angedrohten Strafen reichen von Freiheitsentzug bis hin zu höheren Haftstrafen. Ebenso stehen betroffene Endkunden im Fokus der Ermittlungen.
Bei Aufdeckung drohen gleichermaßen Betreiber ebenso Kunden straf- und zivilrechtliche Konsequenzen. Wer sich zu diesem Thema informiert halten möchte sollte sich über die geltenden Rechtsfolgen informieren.
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