Android-Geräte: Studie zeigt massive Datensammelwut ohne Benutzerkontrolle

Eine ausführliche Analyse von verschiedenen beliebten Android-Smartphones durch Forschende der University of Edinburgh und des Trinity College Dublin in Irland hat ergeben, dass eine große Menge an Daten gesammelt und ohne Möglichkeit zum opt-out an Drittparteien weitergegeben wird. Die untersuchten Geräte stammen von Samsung, Xiaomi, Huawei und Realme sowie LineageOS und dessen Ableger /e/OS. Die Menge der gesammelten Daten geht weit über das hinaus, was Forscher erwartet haben und es gibt keine Möglichkeit für Benutzer, dies zu verhindern.



Datenschutzprobleme bei Android-Betriebssystemen beachtenswert


Bisher lag der Fokus bei Untersuchungen zur Datensammlung bei mobilen Apps und deren Verhaltensweisen sowie Bewegungstracking. Die darunterliegenden Betriebssysteme wurden in dieser Hinsicht meist vernachlässigt. Die Forschungsergebnisse zeigen jedoch auf, dass die massive und fortlaufende Datensammlung durch Smartphones ohne Benutzerkontrolle ein dringendes Problem darstellt. Prof. Doug Leith vom Trinity College Dublin betont daher, dass es notwendig sei, Aktionen durchzuführen, um den Menschen die Kontrolle über ihre Daten zu geben.



Datensparsame Android-Varianten gewinnen an Beliebtheit


Die Studie zeigt, dass bis auf /e/OS alle untersuchten Android-Betriebssysteme eine Liste aller installierten Apps auf dem Smartphone erstellen, was Benutzerinteressen preisgibt und zu problematischen Kategorisierungen führen kann. Die Datensammlung durch Xiaomi-Smartphones geht noch einen Schritt weiter und schickt eine vollständige Liste der App-Screens an Xiaomi in Singapur, einschließlich Zeitpunkt und Länge von Telefonanrufen sowie Nutzungsdaten von bestimmten Apps. Auch Huawei sendet Details der Benutzung des Swiftkey-Keyboards an Microsoft. Samsung, Realme, Xiaomi und Google sammeln langlebige Geräteidentifikatoren, darunter Werbeidentifikatoren und Hardware-Seriennummern. Die meisten vorinstallierten Apps sammeln still und leise Daten und geben sie an die Hersteller weiter. Eine Möglichkeit für Benutzer zum opt-out gibt es nicht.



Die Ergebnisse der Studie sollten für marktführende Konzerne Anreize bieten, um sich datensparsamen Android-Varianten anzuschließen. Es ist besorgniserregend, dass die Datensammelpraktiken immer noch weit verbreitet sind und auf Smartphones verdeckt geschehen, ohne das Wissen des Benutzers. /e/OS war das einzige untersuchte Android-Betriebssystem, das kaum Daten übermittelt hat. Es ist dringend notwendig, dass Politiker und regulatorische Behörden handeln, um Benutzern die Kontrolle über ihre Daten zu geben.




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