LiquidVPN stellt den Betrieb ein: Klagen und Forderungen von 10 Millionen USD

LiquidVPN zieht wegen Forderungen von 10 Mio. USD den Stecker

Ende August wurde berichtet, dass vier VPN-Anbieter wegen ähnlicher Vorwürfe vor Gericht gezogen wurden. Nun hat es ebenfalls LiquidVPN erwischt. Der Anbieter der mit seiner "No Log" Politik und hohen Sicherheitsversprechen für Aufsehen sorgte ist komplett verschwunden. Lediglich der Support-Bereich unter my.liquidvpn.com ist noch zugänglich, während man beim Versuch die Website liquidvpn.com zu besuchen, nur noch eine Fehlermeldung von Cloudflare erhält.



Rechtsanwälte der Betreibergesellschaft sind nicht vor Gericht erschienen was dazu führte. Dass Kläger beim Bezirksgericht von Florida ein Versäumnisurteil beantragt haben.



Filmproduktionsfirmen werfen LiquidVPN vor, Online-Piraterie zu fördern. Auf der ehemaligen Webseite des Anbieters wurde damit geworben, dass LiquidVPN der beste VPN-Anbieter für Torrents sei und P2P-Filesharer sich in einer "DMCA-freien Zone" befänden. Dadurch, dass keine Daten gespeichert werden, könnten DMCA-Anfragen nicht bearbeitet werden. Zudem warb man damit » dass der Dienst geeignet sei « um blockierte Streams zu entsperren.



Zusätzlich zu Urheberrechtsverletzungen kommt es auch zu Markenrechtsverletzungen. Einer der Kläger die 42 Ventures LLC, besitzt die Rechte an der Marke "Popcorn Time" und fordert, dass LiquidVPN die Identität der Filesharer preisgeben und die Konten von Wiederholungstätern dauerhaft sperren soll. Die Forderungen der Kläger belaufen sich auf 9⸴9 Millionen US-Dollar was dem maximalen gesetzlichen Schadensersatz von 150․000 US-Dollar für jedes der 66 in der Klage aufgeführten Werke entspricht. Zusätzlich werden 1⸴65 Millionen USD für "sekundäre Haftung für DMCA-Verletzungen" gegen LiquidVPN gefordert.



Die gesamte VPN-Branche wird die Causa aufmerksam verfolgen, da viele Anbieter ähnliche Dienstleistungen anbieten und mit ähnlichen Versprechen werben. Wenn der nächste Präzedenzfall zu Ungunsten des Beklagten ausgeht, könnte dies dazu führen, dass die VPN-Firmen für die Rechtsverletzungen ihrer Kunden in Haftung genommen werden oder gezwungen sind die Identität ihrer Kunden preiszugeben was das Geschäftsmodell der Branche ernsthaft gefährden könnte.



In unserem aktuellen VPN-Vergleichstest haben wir acht verschiedene Wettbewerber genauer unter die Lupe genommen um einen besseren Eindruck von der Branche zu bekommen. LiquidVPN wird darin nicht weiterhin berücksichtigt werden können.




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