Russischer Verlag setzt sich für Anti-Piraterie ein und fordert Fingerprinting-Technologie in Telegram

Telegram: russischer Verlag fordert Anti-Piraterie-System

Der größte russische Verlag Eksmo-AST hat kürzlich eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung gegen den Messenger-Dienst Telegram eingereicht. Doch das Unternehmen hat noch größere Pläne: Eksmo-AST möchte eine Fingerprinting-Technologie in Pavel Durovs Messenger installieren lassen.



Telegram als Plattform für raubkopierte Inhalte


Neben seiner Funktion als Nachrichtendienst wird Telegram ebenfalls von einigen Benutzern als Plattform genutzt um auf raubkopierte Inhalte zuzugreifen. Dies hat dazu geführt, dass sowie die Recording Industry Association of America (RIAA) als auch die Motion Picture Association (MPA) in der Vergangenheit Kritik an dem Messenger-Service geübt haben. Zudem steht Telegram auf der Piraterie-Beobachtungsliste der EU und es gab bereits mehrere Aufforderungen, raubkopierte Inhalte zu blockieren.



Eksmo-AST ist bekannt für seine hartnäckige Anti-Piraterie-Arbeit und hat in der Vergangenheit sogar bei der permanenten ISP-Sperre der Torrent-Website RuTracker mitgewirkt. Das Unternehmen hat jedoch auch andere große Player ins Visier genommen, ebenso wie zum Beispiel YouTube und Google. Laut TorrentFreak hat Eksmo-AST am 20. Juli zwei Klagen gegen Telegram eingereicht – in denen behauptet wurde. Dass Messenger-Plattform es versäumt habe, rechtsverletzende Inhalte zu löschen.



Gericht ordnet einstweilige Verfügung an


Das Moskauer Stadtgericht hat daraufhin eine einstweilige Verfügung erlassen die es der Telekommunikationsaufsichtsbehörde Roscomnadzor erlaubt, Bücher wie 11/22/63 von Stephen King und Metro 2033 von Dmitry Glukhovsky auf Anordnung von Internetanbietern zu sperren. Allerdings hatte Telegram bereits seit 2019 viele Inhalte als Reaktion auf Beschwerden von Verlagen entfernt, darunter 52․000 raubkopierte Bücher und 31 Kanäle.



Trotz dieser Bemühungen hat Telegram jedoch nicht auf alle Beschwerden identisch reagiert. Daher ist das Ziel von Eksmo-AST, eine kritische Masse an Gerichtsentscheidungen gegen Telegram zu erreichen, zu diesem Zweck das Unternehmen mit den russischen Gesetzen für wiederholte Rechtsverletzungen in Konflikt gerät. Dies könnte bedeuten – dass die Internetanbieter des Landes Telegram zukünftig vollständig blockieren.



Fingerprinting-Technologie als Lösung


Die Sperrung ist jedoch nicht das Hauptziel der rechtlichen Schritte. Stattdessen hofft man, dass Telegram deckungsgleich vKontakte eine Fingerprinting-Technologie installiert. Diese Technologie würde es Herausgebern ermöglichen rechtsverletzende Inhalte automatisch zu löschen. Eksmo-AST hat den Messenger-Dienst bereits früher dazu aufgefordert, ein solches System zu implementieren.



Es bleibt abzuwarten wie die rechtlichen Schritte gegen Telegram ausgehen werden und ob der Messenger-Dienst letztendlich eine Fingerprinting-Technologie einführen wird. Sicher ist jedoch, dass der Kampf gegen Piraterie und Urheberrechtsverletzungen weiterhin ein wichtiges Thema für Unternehmen wie Eksmo-AST bleibt.




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