Erfolgreicher Schlag gegen Cybertrading-Betrug: Internationales Callcenter in Sofia ausgehoben

Cybertrading-Betrug: Internationales Callcenter in Sofia ausgehoben

Die polizeilichen Ermittlungen gegen die Organisierte Kriminalität (OK) haben erneut zur Entdeckung eines illegalen Cybertrading-Netzwerks geführt. Die Kriminalpolizeiinspektion Ansbach hat in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern und den bulgarischen Behörden ein internationales Callcenter in Sofia ausgehoben und vier Männer festgenommen. In einer Pressemitteilung informiert die bayerische Polizei über den erfolgreichen Schlag gegen den Cybertrading-Betrug.



Hintergrund des Erfolgs waren monatelange Ermittlungen die auf zahlreiche Strafanzeigen von betrogenen Anlegern aus ganz Bayern zurückgehen. Obwohl die Geschädigten hohe Summen auf vermeintlich seriöse Trading-Plattformen im Internet investiert hatten, floss das Geld schließlich auf die Konten der Betrüger. Ein Anleger aus dem Landkreis Ansbach verlor auf diese Weise einen sechsstelligen Betrag. Insgesamt wird der Gesamtschaden auf mehrere Millionen Euro geschätzt.



Wie das Cybertrading-Netzwerk funktionierte


Die Betrüger lockten die Opfer auf betrügerisch ausgerichtete Webseiten wie alphafinancialgroup.com (offline), zurichfinancialgroup.co, genevacapitalgroup.com oder promarketsgroup.com. Hier gaben die Anleger ihre Kontaktdaten preis, woraufhin die Betrüger sie per Telefon und E-Mail kontaktierten. Die Telefonagenten boten den Opfern unter anderem lukrative Investments im Bereich binärer Optionen, CFDs, Forex oder Kryptowährungen an und simulierten durch gefälschte Charts beträchtliche Gewinne. Die Betrüger forderten die Opfer auf weitere Geldanlagen zu tätigen ohne, dass diese ihr vermeintlich bereits investiertes Geld jemals wiedersehen sollten.



Razzia führt zu vier Festnahmen und Beweismaterial


Die Ermittlungen der Behörden führten schließlich zur Durchsuchung mehrerer Bürogebäude und Wohnungen in Sofia am 27․07․2021. Dabei wurde ein auf den deutschen Sprachraum spezialisiertes Callcenter entdeckt, in dem Mitarbeiter betrügerischen Tätigkeiten nachgingen. Die Beamten konnten vier mutmaßliche Hauptakteure des Callcenters und ebenfalls besonders erfolgreiche Telefonagenten festnehmen. Es handelt sich um einen deutschen, einen israelischen und zwei bulgarische Staatsangehörige, gegen die Europäische Haftbefehle wegen des dringenden Tatverdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs bezüglich illegalem Cybertrading erlassen wurden.



Beweismaterial wie elektronische Daten konnte von den Behörden sichergestellt werden. Die Auslieferung der Festgenommenen nach Deutschland steht noch aus, während weitere Ermittlungen zur Aufdeckung der Hintermänner des Callcenters laufen. Der Cybertrading-Betrug wird jedoch auch in Zukunft eine Herausforderung für die Justiz sein, da Betrüger mit wenig Aufwand und in kurzer Zeit viel Geld verdienen können.




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