Betreiber illegaler Sport-Streaming-Sites müssen 7 Millionen Euro zahlen

Sport-Streaming: Betreiber illegaler Sites müssen sieben Mio. EUR zahlen

Drei Männer im Alter zwischen 43 und 57 Jahren wurden am 10. März im Rahmen eines Zivilverfahrens verurteilt, da ihnen vorgeworfen wurde, illegale Sport-Streaming-Sites betrieben zu haben. Das Strafgericht in Rennes verurteilte sie zur Zahlung von weiterhin als 7 Millionen Euro Schadenersatz an Canal Plus, beIN Sports und RMC Sports. Zwei weitere Angeklagte im Alter zwischen 49 und 44 Jahren wurden zur Zahlung eines Teils des Schadens aufgefordert.



Die Vereinigung zur Bekämpfung der audiovisuellen Piraterie (ALPA) ist eine französische Organisation die sich mit der Bekämpfung von Fälschungen im audiovisuellen und Kinobereich befasst. Sie reichte gemeinsam mit den Rechteinhabern Canal + Group, beIN Sports und RMC Sport eine Klage bei den französischen Behörden ein welche zur Festnahme der mutmaßlichen Betreiber der Piratensender führte. Die Rechteinhaber forderten eine schwere Strafe von bis zu 10 Jahren Gefängnis wegen einer Vielzahl von Straftaten, einschließlich organisierter Fälschungen und Geldwäsche.



Der Fall begann wie Olivier O., ein fußballbegeisterter Familienvater und ehemaliger Verkäufer von Fotokopierern, im Jahr 2011 mit illegalem Piraten-Streaming begann. Er wurde von einem ehemaligen Kollegen – dem Informatiker Yannick T., unterstützt, da er nur über geringe Programmierkenntnisse verfügte. Zusammen erstellten sie etwa zwanzig Websites, auf denen kostenlos Fußball-, Basketball- oder Rugbyspiele zu sehen waren die normalerweise nur Abonnenten von Pay-TV-Kanälen vorbehalten waren.



Die anderen Angeklagten hatten sich nur über Diskussionsforen kontaktiert und betrieben seit 2014 bis 2018 "eine Galaxie von Websites", auf denen Sportveranstaltungen kostenlos gestreamt wurden. Das Programm von Canal Plus wurde rund um die Uhr kostenlos ausgestrahlt und die neun am stärksten frequentierten Sites zogen von 2014 bis 2017 mehr als 7⸴5 Millionen Besucher an. Die Angeklagten nutzten eine spezielle Software um den Videostream ihres Abonnements zum Sport-Streaming aufzunehmen und dann erneut an einen Server zu übertragen. Für ausländische Kanäle wurden Links zu Websites mit illegalen Inhalten online gestellt. Die Besucher der Websites wurden regelrecht mit Werbung "bombardiert" die ~circa․ 230․000 Euro einbrachte die 50 Werbeagenturen zwischen 2014 und 2018 bezahlten.



Dieser Fall zeigt, dass das Betreiben illegaler Streaming-Sites nicht nur illegal ist, allerdings ebenfalls schwerwiegende Konsequenzen hat. Die Verurteilten müssen nun eine hohe Geldstrafe zahlen und es ist zu erwarten, dass ähnliche Fälle in Zukunft ähnlich wie hohe Geldstrafen nach sich ziehen werden. Es ist wichtig: Die Rechte der Urheber und Rechteinhaber gewahrt werden und dass das Betreiben illegaler Streaming-Sites nicht toleriert wird.



Illegales Sport-Streaming führt zu Haftstrafen und Geldbußen


Im Juni 2020 hat ein Gericht in Frankreich fünf Männer wegen Verstößen gegen das geistige Eigentum schuldig befunden. Sie hatten 20 illegale Sport-Streaming-Sites öffentlich bereitgestellt und wurden dafür zur Verantwortung gezogen. Die verurteilten Männer haben auf ihrer Homepage mit dem Slogan "Jeder ist auf der besten kostenlosen Streaming-Site willkommen" geworben. Sie erwarteten eine Geldstrafe von bis zu 5․000 Euro oder bis zu 12 Monaten Gefängnis.



Strafen für die Verantwortlichen


Ein Informatiker und Site-Administrator wurde zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe mit der Beschlagnahme seines Fahrzeugs und seiner Bankkonten verurteilt. Zwei weitere Betreiber wurden mit 20․000 Euro sanktioniert. Der vierte Mann erhielt eine Geldstrafe von 5․000 Euro. Ein weiterer Angeklagter; Olivier O., hatte 260․000 Euro auf seinen Konten die von den Ermittlern beschlagnahmt wurden. Er hatte eine Immobilie und ein Wohngebäude in der Umgebung seines Wohnorts erworben. Der Staatsanwalt berichtete zudem von "der Verschleierung anderer Gelder, insbesondere durch Offshore-Konten". Konten in der Schweiz und auf den Jungferninseln zeugten davon.



Nicht alle Betreiber wurden bezahlt


Die anderen Angeklagten wurden für ihre Arbeit als Rundfunkveranstalter oder Site-Moderator kaum oder gar nicht bezahlt. Ein Angeklagter gab an, er habe "im Geist von Robin Hood" gehandelt, weil "es viele Menschen gab die sich Abonnements nicht leisten konnten". Ein anderer Angeklagter rechtfertigte sich damit, dass er glaubte was sie machten sei nicht verboten. Das Urteil gegen die Betreiber der Sport-Streaming-Portale wurde vom Anwalt von Franck C. als "zufriedenstellend" bezeichnet. Der materielle und moralische Schaden, den Canal Plus erlitt, wurde auf 2⸴75 Millionen Euro geschätzt, während der von beIN Sports auf 3⸴94 Millionen Euro geschätzt wurde. Der Schaden von Sportscotv und MCS, Herausgeber von RMC Sport, betrug über 600․000 Euro. Die betroffenen Fernsehsender forderten im Januar in einem zivilrechtlichen Verfahren eine Wiedergutmachung des entstandenen Schadens in Höhe von mehr als 91 Millionen Euro. Das Gericht blieb jedoch unter den Erwartungen.




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Illegales Streaming ist ein ernstes Vergehen und wird mit hohen Geldbußen & Gefängnisstrafen geahndet. Die Betreiber der illegalen Sport-Streaming-Portale wurden für ihre Taten zur Verantwortung gezogen, wofür sie hohe Geldbußen zahlen und sogar ins Gefängnis kommen mussten. Das Urteil gegen sie zeigt; ebenso wie ernsthaft das französische Rechtssystem gegen Verletzungen des geistigen Eigentums vorgeht. Es bleibt jedoch abzuwarten – ob die betroffenen Fernsehsender noch Berufung gegen das Urteil einlegen werden.


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