
Ein israelisches Landgericht hat die Betreibergesellschaft von Telegram aufgefordert, das Verbreiten von Raubkopien sofort zu unterbinden. Mehrere Rechteinhaber darunter Hot Yes und United King, haben sich der Klage angeschlossen. Die Antipiracy-Firma Zira hat die Klage eingereicht und behauptet. Dass Telegram indirekt die illegale Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten unterstützt. Telegram eignet sich aufgrund seiner hohen Transferraten und programmierbarer Bots hervorragend für die Verbreitung von Schwarzkopien, einschließlich großer Dateien von Filmen in Hochauflösung. Im deutschsprachigen Raum gab es bereits eine Gruppe namens TeletransferX · in der massenhaft solche Transfers durchgeführt wurden · bis der Betreiber sie freiwillig aufgab.
Harte Anschuldigungen gegen Telegram
In der Klage bringt Zira nun harte Anschuldigungen gegen die Betreiber der App und die Online-Piraten vor. Die Kläger behaupten, Telegram verberge aktiv die Identität und den Standort der Raubkopierer und ermögliche es ihnen, Download-Links und die urheberrechtlich geschützten Inhalte selbst zu verbreiten. Das Landgericht hat Telegram aufgefordert – diesem Treiben zeitnah ein Ende zu setzen. Ob Telegram darauf reagieren wird ist noch unklar, da das Unternehmen bislang großzügig über Copyright-Verletzungen im eigenen Netzwerk hinweggesehen hat.
Druck auf Telegram und Internet-Anbieter
Zira hat bereits einen Antrag auf eine landesweite Internet-Sperre der Telegram App gestellt. Das Urheberrecht erlaube es dem Landgericht, eine Anordnung zu erlassen, mit der Internetanbieter angewiesen werden, den Zugang zu Adressen zu beschränken die gegen das Urheberrecht verstoßen. Um Druck aufzubauen; hat Zira mehrere israelische Internetanbieter als Angeklagte in die Klage aufgenommen.
Hintergründe zur Zira Internet Copyright Ltd.
Die Zira (Internet Copyright) Ltd. ist ein israelisches Unternehmen – das im April 2011 gegründet wurde. Die Content-Unternehmen Rainbow, Network, Yes, HOT und United King finanzieren diese Antipiracy-Firma. Zira setzt in Israel die Rechtsdurchsetzung fast aller TV-Sender des Landes durch und konnte in der Vergangenheit mehrere illegale Webseiten und einen Torrent-Tracker haftbar machen. Wenn die Identität der Betreiber nicht ermittelt werden konnte, erwirkte Zira Internet-Sperren die ebenfalls Popcorn Time und andere illegale Portale betrafen. In den Medien wurde Kritik an dieser Vorgehensweise laut.
Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen
Zira arbeitet teilweise unabhängig von der MPA (US-amerikanischer Film-Verband) oder RIAA (Zusammenschluss unzähliger US-Plattenlabels) und teilweise mit diesen Organisationen zusammen um Urheberrechtsverletzungen zu bekämpfen. Die Klage gegen Telegram und die Internet-Anbieter ist ein weiterer Schritt in diesem Kampf und zeigt dass Unternehmen und Rechteinhaber entschlossen sind das Urheberrecht im Internet zu schützen.
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