US-Gericht entscheidet gegen Apple im Streit um iOS-Virtualisierung

iOS-Virtualisierung: US-Gericht sieht keine Verletzung von Apple-Copyright

Apple hat im Rechtsstreit gegen Corellium eine Niederlage erlitten. Das US-Gericht betrachtet die Verwendung von iOS durch das Virtualisierungs-Tool als "Fair Use" und kein Verstoß gegen das Urheberrecht von Apple. Der Richter argumentiert, dass die Virtualisierung "transformativ" sei was bedeutet: Es sich nicht nur um eine einfache "umverpackte Version" von iOS in einer virtuellen Maschine handelt. Diese Entscheidung ist ein Sieg für Sicherheitsforscher die Corellium nutzen um iOS zu untersuchen & Schwachstellen zu finden.



Möglicher DMCA-Verstoß bleibt ungeklärt


Corellium erlaube seinen Nutzern durch eigenen Code beispielsweise, den Kernel zu modifizieren, Prozesse einzusehen und ebenfalls zu stoppen und Live-Snapshots anzufertigen, ebenso wie der Richter ausführt ? diese "signifikanten Funktionen" seien auf Apple-Hardware mit iOS nicht verfügbar.


Das Gericht wies ähnelt Apples Vorwurf zurück, Corellium handele in "böser Absicht", weil die mit dem Produkt gefundenen Schwachstellen nicht zwingend an Apple gemeldet werden müssten. Die Position des iPhone-Herstellers sei "rätselhaft, wenn nicht unaufrichtig", heißt es in der Urteilsbegründung ? schließlich sei das auch im Rahmen von Apples Bug-Bounty-Programm keine Vorgabe.


Offen ließ das Gericht, ob es sich bei Corelliums iOS-Virtualisierung um eine Verletzung des DRM-Umgehungsverbots unter dem Digital Millenium Copyright Act (DMCA) handelt. Hier gebe es "echte Probleme mit wesentlichen Fakten", so der Richter, beispielsweise hinsichtlich der Frage welche technischen Schutzmaßnahmen Apple bei der Bereitstellung von IPSW-Dateien, über die sich iOS installieren lässt, vornimmt. Ob Apple weiter gegen Corellium vorgehen will – bleibt vorerst noch offen.



Scharfe Kritik an Apple-Klage


Apple hat Corellium 2019 verklagt, es handele sich dabei um eine "klare Copyright-Verletzung", so der Konzern. Gerichtsdokumenten zufolge hatte Apple im Vorfeld versucht » die Firma zu kaufen « Gespräche seien aber gescheitert. Die Klage hatte unter Sicherheitsforschern & Hackern für Verunsicherung und Unmut gesorgt. Die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation kritisierte Apples Vorgehen scharf, es sei ein gefährlicher Versuch das DRM-Umgehungsverbot auszuweiten.


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