Proteste von Foxconn Mitarbeitern wegen ausstehender Zahlungen

Am Montagmorgen versammelten sich rund 1․000 Mitarbeitende vor dem Haupteingang des Foxconn-Werks in Chengdu um gegen ausstehende Zahlungen zu protestieren. Das Werk ist für die Produktion von Apple-Produkten wie iPhones, iPads und Apple Watches zuständig. Es wird berichtet, dass viele der Mitarbeitenden seit mehreren Monaten keine Zahlungen erhalten haben und wenn sie bezahlt werden, erhalten sie weniger als 1⸴50 EUR pro Stunde.



Die lokale Regierung entsandte rund 100 Polizisten um den Protest zu kontrollieren und die Mitarbeitenden wurden in Busse geladen um mit ihren Verleihfirmen und Foxconn selbst zu verhandeln. Die Gewerkschaft China Labor Watch (CLW) berichtet, dass viele der Mitarbeitenden noch immer in den Bussen feststecken.



Die Arbeiter hatten über den Chat-Dienst WeChat zum verstärkten Einsatz für ihre Rechte aufgerufen. Die Proteste begannen Anfang November und jeden Tag versammelten sich über 100 Mitarbeitende vor dem Werk. Am 13. November hielten sie Schilder hoch mit der Aufschrift: "Foxconn's Versand-Firmen sind unehrlich und nehmen den Arbeitern ihr hart verdientes Geld weg". Die meisten der Protestierenden arbeiten für Vermittlungsfirmen wie Tianzao, Yongxinghe und Siyang und haben seit August dieses Jahres keine Lohn- und Bonuszahlungen erhalten.



Foxconn überlässt die Anwerbung von Arbeitskräften in der Regel einer großen Anzahl von Arbeitsvermittlungsunternehmen. Diese Firmen locken viele ahnungslose Arbeiter mit hohen Gehältern und Boni während der Hochsaison an. Diese Arbeiter werden dann an Drittfirmen weitergeleitet die welche Vertrag mit ihnen beenden. Anschließend werden die Arbeiter in die Chengdu Foxconn-Fabrik geschickt.



Laut CLW hat keiner der Arbeiter einen Vertrag mit Foxconn. Dies bedeutet; dass niemand den Konzern vor Gericht verklagen kann. Die Arbeiter werden oft unter unwürdigen Bedingungen eingesetzt und wenn sie gegen ausstehende Löhne protestieren, werden sie oft sofort entlassen. Die Vermittlungsfirmen behalten oft einen Großteil der Löhne als Provision ein, sodaß den Arbeitern nur ein Bruchteil des Gehalts zusteht.



Einige der Arbeiter sagten gegenüber CLW. Dass Foxconn Arbeitnehmer einstellt jedoch keinen Arbeitsvertrag mit ihnen abschließt um sie effektiver unterdrücken zu können. Die Arbeiter werden wie Sklaven behandelt und oft unter unwürdigen Bedingungen arbeiten gelassen. Das Ziel von Foxconn ist es; die Produktionsvorgaben von Apple einzuhalten. Das Verhalten des Unternehmens genau ähnlich wie einem Pyramidensystem.



Die Proteste der Mitarbeitenden zeigen, dass Foxconn und andere Unternehmen die Arbeitskräfte über Vermittlungsfirmen anwerben, dringend reformiert werden müssen. Es ist entscheidend; dass Arbeitnehmer fair behandelt und angemessen bezahlt werden.



Zwischen dem Bedarf an einem geregelten Einkommen und den Arbeitsbedingungen bei Foxconn liegen Welten. Die Arbeiter können nur von einem Mindestlohn leben der gerade mal ausreicht um Mahlzeiten Versorgungsleistungen Sozialversicherungen und andere Kosten zu decken. Foxconn zieht vom Grundlohn der Arbeiter direkt Geld für alle möglichen Kosten wie ärztliche Untersuchungen, Lebenshaltungskosten, Schließfächer und Fotos für den Werksausweis ab. In den ersten vier Wochen erhalten Arbeiter in der Regel nur einen Bruchteil ihres Lohns.



Foxconn und seine Vermittler nutzen verschiedene Tricks um Arbeiter um ihr Geld zu bringen. Manche Arbeitsverträge werden ohne Zustimmung der Arbeiter geändert andere Firmen geben an, dass die Namen der Arbeiter nicht auf der Lohnliste erscheinen. Mündliche Absprachen sind nicht bindend – weshalb viele Arbeiter ihre Probleme nicht effektiv kommunizieren können.



Die Arbeitsbedingungen bei Foxconn sind scheinbar ebenfalls für Akademiker schlimm. Diese müssen behaupten keinen Hochschulabschluss zu haben um in der Fabrik arbeiten zu dürfen. Frauen die bei der Produktion von Apple Watches zum Einsatz kommen, müssen bei Arbeitsantritt ihre BHs ausziehen um die Metalldetektoren passieren zu können.



Während Foxconn darauf achtet die Sicherheit seiner Produkte zu gewährleisten, wird die Gesundheit seiner Mitarbeiter vernachlässigt. Der obligatorische Einsatz von Fingerlingen führt zu allergischen Reaktionen und angeschwollenen Fingern, während es keine Schutzbrillen für die Mitarbeiter gibt.



China Labor Watch ist eine gemeinnützige Organisation die auf die Arbeitsbedingungen bei Foxconn aufmerksam macht. Wer die Arbeit der Organisation unterstützen möchte kann eine Spende tätigen. Tarnkappe.info wird weiterhin über die Aktivitäten der Organisation berichten allerdings es muss befürchtet werden, dass sich die Situation für die Arbeiterinnen und Arbeiter bei Foxconn in naher Zukunft nicht optimieren wird.




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