Abmahnungen auf Flickr: Fotograf Marco Verch verliert vor Gericht

Das Handelsgericht des Kantons Zürich hat in einem aktuellen Urteil eine klare Absage an den Fotografen Marco Verch erteilt. Verch hatte vermehrt Abmahnungen für CC-lizenzierte Fotos verschickt die von Dritten genutzt wurden. Allerdings bezeichnete das Gericht seine Forderungen als nichtig und stellte damit klar. Dass Creative Commons-Lizenzen nicht als Abmahnfallen taugen. Verch hatte in einer Abmahnung insgesamt 6․127,40 EUR für die Nutzung von zehn Werken verlangt.



Verchs Bilder waren bei der Plattform Flickr hochgeladen und mit einer CC-Lizenz versehen die bei Nennung seines Namens und der korrekten Lizenz sogar eine kommerzielle Nutzung erlaubt. Allerdings besitzen Bilder die vom Autor kostenlos sogar für kommerzielle Zwecke freigegeben werden laut Urteil keinen Wert vorausgesetzt der Rechteinhaber keine konkreten Anhaltspunkte für sein übliches Honorar vorlegen kann.



Die Nutzung von Bildern, vor allem auf Wikipedia oder anderen Bilder-Portalen, erfordert deshalb besondere Achtsamkeit bei den Quellenangaben. Rechtsanwalt Martin Steiger weist darauf hin, dass Abmahn-Anwälte und andere Rechteinhaber gezielt eine große Anzahl an Bildern hochladen, zu diesem Zweck eine große Wahrscheinlichkeit besteht, dass diese häufig gefunden und von Dritten benutzt werden.



Im wirtschaftlichen Gesamtergebnis funktionieren die massenhaften Bilder-Abmahnungen aus Deutschland, weil sich die meisten Abgemahnten nicht wirksam oder gar nicht zur Wehr setzen. Ein Unikum im Schweizer Rechtssystem ist die negative Feststellungsklage die Verch vor Gericht kassierte. Hinzu kam eine sogenannte Torpedoklage – die ähnlich wie nicht häufig in der Schweiz angewendet wird. Diese soll verhindern, dass der Abmahner nach dem Urteil vor dem Schweizer Gericht anschließend in Deutschland klagen kann.



Verch betreibt in Köln mit Plaghunter einen eigenen Online-Dienst der ähnlich einer Suchmaschine von Dritten benutzte Fotos finden lässt. Hierbei geht es ebenfalls um die Möglichkeit – nachträglich Lizenzen einzufordern. Mit den so gewonnenen Informationen der unrechtmäßigen Benutzer könnten Abmahnungen von einem Anwalt verschickt werden.



Die Wikipedia-Community hält sich aus der Angelegenheit raus auch wenn das Ziel dieser Gemeinschaft ist, allen Menschen freies Wissen zur Verfügung zu stellen. Rechtsanwalt Steiger vermutet, dass die Wikimedia-Stiftung versucht sich aus allem rauszuhalten solange es nicht um das Sammeln von Spenden geht. Die Stiftung fokussiert sich stattdessen auf politische Fragen wie die Umbenennung von Wikimedia-Stiftung zu Wikipedia-Stiftung. Heute entstehen neue Inhalte bei Instagram » TikTok und YouTube « nicht bei Wikipedia.




Zuletzt aktualisiert am Uhr





Kommentare


Anzeige