
Eine interne Studie des Bundeskriminalamts (BKA) wird in der Samstagsausgabe der Funke-Mediengruppe zitiert. Demnach verschiebt sich das kriminelle Handeln während der Corona-Pandemie zunehmend ins Darknet. Die Ergebnisse stammen aus einem 28-seitigen Report einer Bund-Länder-Kriminarbeitsgruppe und stützen sich auf internationale Vergleiche.
Hintergrund: Pandemie, Beschränkungen und Verschiebung
Aufgrund der strengen Kontaktauflagen rechnen Ermittler daher. Dass Drogenhandel vermehrt digital abgewickelt wird. Die Analyse untersucht die möglichen Auswirkungen von Covid-19 auf die Kriminalitätslage in Deutschland und zieht Vergleiche zu Ländern mit früheren Krisenverläufen. Die Ergebnisse deuten darauf hin – dass online begangenes Deliktpotenzial stärker in den Fokus rückt.
Zu einer verstärkten Verlagerung von konventionellen Deliktsformen hin zum Tatmittel Internet kommt.
Im März hätten Darknet-Angebote im Gegensatz dazu zum Vormonat um rund 18 Prozentsatz zugelegt. Zudem fielen Preisnachlässe bei Rauschmitteln von bis zu 20 Prozent ins Gewicht. Die Studie stützt sich auf Erfahrungen aus Ländern die schon zuvor mit der Pandemie konfrontiert waren.
Die BKA-Analyse vergleicht Kriminalitätslagen in sieben EU-Staaten gleichermaßen der Türkei, Großbritannien, China und den USA. Resultat der Auswertung sei, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Verlagerung konventioneller Delikte in das Internet stattfinde und dass sexuelle Angebote sowie Kontakte rund um das Internet zunehmen könnten.
Verlagerungstendenzen im digitalen Raum
Durch die veränderte alltägliche Struktur drohen behördliche Kontrollen stärker zu erschweren. Die Verschiebung in das Dunkelfeld erschwere präventive Maßnahmen und die Überwachung digitaler Märkte.
- Drogenhandel zunehmend über Online-Plattformen und Marktplätze
- Zunehmende Präsenz von Online-Kriminalitätsformen
- Schwierigkeiten bei der Nachverfolgung von Tätern durch Anonymisierung
- Auswirkungen auf Prävention, Strafverfolgung und internationale Kooperation
Die sexuellen Angebote sowie die Kontaktaufnahme rund um das Internet werden voraussichtlich zunehmen, heißt es im Bericht. Die Autoren verweisen darauf; dass die Situation in Krisenzeiten speziell sensibel sei und Strafverfolgung neue Strategien brauche.
Regionale Befunde und internationale Muster
Nennenswerte Abweichungen zeigen sich in einzelnen Ländern. Die Türkei rechnete mit einem Abnahme des Rauschgiftschmuggels, während Tschechien eine Anstieg der Cyberkriminalität meldete. In den Niederlanden soll nach Schätzungen der Zeit nach der Schließung vermeintlicher Coffeeshops der Marihuana-Handel erneut florieren. Großbritannien verzeichnete laut dem Bericht vermehrte Einbrüche und Schwierigkeiten bei der Beschaffung medizinischer Materialien. Spanien sah einen Zunahme häuslicher Gewalt; in den USA registrierte man Rückgänge in Mord, schwerem Diebstahl, Raub und Vergewaltigung.
In Großbritannien erhöhten sich Einbrüche und in Spanien stieg die Häufigkeit häuslicher Gewalt.
Der Bericht fasst zusammen, dass die genannten Entwicklungen die Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen stellen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärken müssen.
Notizen zur Datengrundlage
Die präsentierten Zahlen beruhen auf internen Analysen und länderspezifischen Erfahrungswerten. Die Ergebnisse liefern Indizien – wie sich Kriminalität in Krisenzeiten wandelt und welche Bereiche besonders betroffen sind.
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