
Drei Chat-Apps von Facebook: Messenger, Messenger Lite und WhatsApp | (c) Areamobile
Innenminister der USA, Großbritannien und Australien haben gemeinsam einen offenen Brief an Facebook und Mark Zuckerberg persönlich verfasst. Darin wird Facebook davon abgeraten ihre Apps, darunter auch Instagram, WhatsApp und Facebook Messenger, weiter auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung umzustellen, wenn keine Hintertür für die Strafverfolgung geschaffen wird. Bei dieser Verschlüsselung kann der Inhalt einer Nachricht nicht abgegriffen werden, da diese schon vor dem Senden verschlüsselt wird und erst der Empfänger die Entschlüsselung durchführt. Ein "belauschen" dieser Konversation ist also nur über den direkten Zugriff zu einem der Endgeräte möglich.
WhatsApp nutzt diese Art der Verschlüsselung schon seit einer ganzen Weile und hat auch keine Pläne etwas daran zu ändern. Im Forum von Hacker News sagte Will Cathcart, Chef von WhatsApp, folgendes: "Wir werden uns immer gegen die Versuche der Regierung wehren, Hintertüren zu bauen, weil sie die Sicherheit aller Benutzer von WhatsApp schwächen würden, einschließlich die der Regierungen selbst." Laut Cathcart schütze die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung das Recht von Milliarden von Menschen auf eine private Unterhaltung. Die Minister stellen dem entgegen, dass die Verschlüsselung besonders bei Kindermissbrauch die Strafverfolgung behindern würde. Sie werfen Facebook vor bei ihren Plänen für mehr Verschlüsselung nicht auf die Auswirkungen auf "... den Schutz unserer am stärksten gefährdeten Bürger einzugehen."
Täter nutzen immer stärker Messaging-Dienste, unter anderem Facebook-Messenger, um Opfer zu finden, und in die Falle zu locken. Von 18 Millionen Hinweisen, die beim National Center for Missing and Exploited Children in den USA eingegangen sind, stammen mehr als 90 Prozent davon aus Facebook. Mark Zuckerberg sprach in einem Livestream auch über diese Problematik und verspricht das Werkzeuge, die zur Erkennung von Wahlmanipulation im Einsatz waren, auch in der Lage seien Täter zu finden. Außerdem könne die Interaktion zwischen Erwachsenen und Minderjährigen auf Facebook weiter eingeschränkt werden.
Der Hintergrund für den Brief ist, dass die USA und Großbritannien ein Abkommen unterzeichnet haben, wodurch Anfragen der Strafverfolgung an Technologie-Unternehmen über Informationen zu Terrorismus und Kindesmissbrauch schneller bearbeitet werden können. Statt einer Wartezeit von sechs Monaten bis zwei Jahren sollen diese Informationen innerhalb von Tagen oder Wochen zur Verfügung stehen.
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Quelle: Reuters
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