
Forscher der Universität Magdeburg möchten die besten Standorte für Ladesäulen von Elektroautos herausfinden. Hierbei sollen die Anforderungen von Strom- und Verkehrsnetzen kombiniert werden. Ein Auto sollte aus verkehrstechnischer Sicht an Orten wo es längere Zeit parkt, aufgeladen werden. Netzspezialisten haben jedoch andere Prioritäten. Sie achten darauf; dass ein Ladepunkt gut ans Stromnetz angeschlossen werden kann und das Netz stark genug dimensioniert ist. Julius Brinken · der am Lehrstuhl für Logistische Systeme arbeitet · erklärte dies.
Für ein Projekt in Burg bei Magdeburg wollen die Wissenschaftler diese beiden Perspektiven kombinieren. Nach der Auftaktveranstaltung am Samstag sollen in Simulationen die besten Standorte ermittelt werden. An fünf bis sieben Plätzen in der Stadt sollen dann Ladestationen errichtet werden. Brinken rechnet damit; dass das Anfang kommenden Jahres passiert. Das Projekt hat eine Laufzeit bis Ende 2020. "Wir wollen dann schon erste Ergebnisse aus dem Betrieb der Säulen auswerten", sagte der Ingenieur.
Keine Schnellladesäulen in der Stadt
Die mangelnde Verfügbarkeit von Ladepunkten sei ein Haupthindernis beim Ausbau der Elektromobilität, begründete Brinken die Motivation für das Forschungsprojekt. Bei der Platzierung der Ladesäulen gehe es ebenfalls darum die Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln zu optimieren. Dazu könnten die Säulen etwa an Bushaltestellen, Fahrrad-Verleihstationen oder Park and Ride Parkplätzen aufgestellt werden. Die Umsetzung des Projekts vor Ort übernehmen die Stadtwerke Burg als Kooperationspartner der Magdeburger Wissenschaftler.
Pro Ladepunkt der in Burg errichtet werden soll, rechnen die Wissenschaftler mit Kosten zwischen 10․000 und 20․000 Euro. Für das Projekt stehen insgesamt 375․000 Euro zur Verfügung, 50․000 davon sind zunächst für den Aufbau der Ladesäulen reserviert. Verwendet werden sollen keine Schnellladesäulen die leere Akkus innerhalb einer halben Stunde fast vollständig laden können allerdings sogenannte Normalladesäulen an denen das Laden drei bis fünf Stunden dauert. "Das reicht für den Betrieb in der Stadt", sagte Brinken.
App zur Reservierung von Ladesäulen und Bezahlung
Die Säulen sollen aber weiterhin können wie nur das Auto zu laden. "Ein Reservierungssystem soll mit installiert werden", sagte Brinken. Geplant sei eine App; mit der Nutzer ihre Ladesäule vorbestellen können. Auch die Bezahlung soll darüber abgewickelt werden.
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